Nach Raketenbeschuss Israels Luftwaffe fliegt erneut Angriffe gegen Hamas

Israels Luftwaffe hat mehrere Ziele der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas angegriffen. Sie reagierte damit nach eigenen Angaben auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen.

Zusammenstöße an der Grenze zum Gazastreifen (Symbolbild)
REUTERS

Zusammenstöße an der Grenze zum Gazastreifen (Symbolbild)


Nach Raketenbeschuss im Süden Israels hat die israelische Armee Angriffe gegen die Hamas im Gazastreifen geflogen. Die Luftwaffe habe in der Nacht zu Donnerstag drei Stützpunkte der Hamas angegriffen, teilte die Armee mit.

Die Angriffe richteten sich demnach gegen einen Militärstützpunkt der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Norden sowie ein Trainingslager und ein Waffenlager im Süden des Gazastreifens. Laut Hamas gab es keine Toten.

Die israelische Armee reagierte mit den Luftangriffen eigenen Angaben zufolge auf einen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Das Abwehrsystem "Iron Dome" habe die Rakete nicht abfangen können, zunächst sei kein Schaden gemeldet worden, sagte ein israelischer Militärsprecher. Die Ermittlungen dazu dauerten noch an.

Hamas dementiert Vorwurf

Die Hamas dementierte den Vorwurf Israels, hinter dem Raketenangriff zu stecken. Sie beschuldigte stattdessen "unverantwortliche" Kräfte, die die Bemühungen der Vereinten Nationen und Ägyptens zu einem dauerhaften Waffenstillstand torpedieren wollten.

Erst in der vergangenen Woche hatten militante Palästinenser aus dem Gazastreifen zwei Raketen nach Israel abgefeuert. Ein Geschoss war in einem Wohnhaus in der Wüstenstadt Beerscheva eingeschlagen. Die Bewohner - eine Frau und ihre drei Kinder - hatten das Haus allerdings verlassen, nachdem sie von Sirenen geweckt worden waren. Deshalb wurden sie körperlich nicht verletzt, sie mussten laut Rettungsdienst aber wegen eines Schocks behandelt werden. Bei den anschließenden israelischen Luftangriffen wurde im Gazastreifen mindestens ein Mensch getötet.

Rauch im Gazastreifen in der vergangenen Woche
AFP

Rauch im Gazastreifen in der vergangenen Woche

Die in dem Gazastreifen herrschende Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich der Zerstörung Israels verschrieben. Nach Monaten blutiger Grenzproteste im Gazastreifen hatte Israel der Hamas kurz vor den Auseinandersetzungen der vergangenen Woche mit einer neuen Militäroperation gedroht.

"Die Hamas hat die Botschaft offenbar nicht verinnerlicht", hatte der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu gesagt. "Wenn sie die Angriffe und die Gewalt gegen uns nicht stoppen, werden diese auf andere Weise gestoppt - und dies wird wehtun, sehr wehtun."

Seit Ende März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze mehr als 200 Palästinenser getötet worden. Ein israelischer Soldat wurde erschossen. In Israel landen immer wieder Ballons mit Brandsätzen, die aus dem Gazastreifen geschickt werden.

aev/dpa/AP



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