Bombardements auf Gazastreifen Dutzende Tote nach israelischen Luftangriffen

Die Luftschläge Israels gegen den Gazastreifen haben erneut zu Dutzenden Opfern geführt, darunter mehrere Kinder. US-Präsident Obama forderte eine rasche Feuerpause.

Israelisches Militär nahe der Grenze zum Gazastreifen: Mehr als 500 tote Palästinenser
DPA

Israelisches Militär nahe der Grenze zum Gazastreifen: Mehr als 500 tote Palästinenser


Gaza-Stadt - Bei Angriffen der israelischen Luftwaffe auf das Zentrum von Gaza-Stadt sind am Montag mindestens 36 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien mehrere Kinder, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in Gaza.

Ein Angriff auf ein Krankenhaus verursachte neben vier Toten bis zu 50 Verletzte, hieß es. Ein Großteil der Opfer gehörte demnach zum medizinischen Personal. Eine Militärsprecherin in Tel Aviv sagte, man prüfe den Bericht. In den vergangenen Tagen hat israelische Artillerie mehrfach Gebiete im Gazastreifen beschossen, bevor dorthin Bodentruppen vorrückten.

Wie das israelische Militär feuerten auch militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen und Granaten ab, von denen 27 in Israel einschlugen und vier weitere vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen wurden. Berichte über Opfer lagen nicht vor.

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Gaza-Konflikt: Blutige Offensive

Angesichts der anhaltenden Kämpfe verstärken die USA ihren Druck auf Israel und die islamistische Hamas, rasch einen Waffenstillstand auszuhandeln. Präsident Barack Obama sagte in Washington, angesichts der zunehmenden Zahl von zivilen Opfern in Israel und im Gazastreifen müsse eine Feuerpause im Mittelpunkt der Bemühungen der USA und der gesamten Staatengemeinschaft stehen. Zugleich betonte Obama das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und der Hamas-Führer Chalid Maschaal forderten bei einem Treffen in Katars Hauptstadt Doha ein Ende der "israelischen Aggression" und eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Abbas und Maschaal, die erstmals seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli zusammenkamen, vereinbarten zudem, die Gespräche über eine Waffenruhe mit den verschiedenen palästinensischen Gruppen und den internationalen Partnern fortzuführen. Das teilte ein Sprecher von Abbas' Fatah-Bewegung mit.

Israels Armeeoffensive gegen die Hamas im Gazastreifen hatte am 8. Juli begonnen. Seitdem wurden mindestens 530 Palästinenser getötet, die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 20 Menschen, darunter 18 Soldaten bei Gefechten am Boden.

kes/AFP/AP



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