Wechselseitiger Beschuss Palästinenser feuern erneut auf Israel - und erklären anschließend Waffenruhe

Erst beschoss die Hamas Israel, dann folgte ein Gegenangriff - nun erklären die militanten Palästinenser eine Waffenruhe. Kurz zuvor waren erneut Raketen auf israelisches Gebiet gefeuert worden.

Israelisches Iron-Dome-Abwehrsystem: Raketen über Sderot
Ahmad Gharabli / AFP

Israelisches Iron-Dome-Abwehrsystem: Raketen über Sderot


Nach massivem Raketenbeschuss auf Israel und israelischen Luftangriffen im Gazastreifen haben militante Palästinenser einseitig eine Waffenruhe verkündet. Fausi Barhum, ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas, teilte mit, Ägypten habe die Rückkehr zu einer entsprechenden Vereinbarung vermittelt. Diese solle sofort in Kraft treten. Von israelischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

Militante Palästinenser feuerten noch am Montagabend mindestens zehn Raketen ins israelische Grenzgebiet. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, teilte Israels Armee mit.

In der Grenzstadt Sderot wurde nach Medienberichten ein Haus direkt getroffen. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Israels Luftwaffe hatte zuvor drei Gebäude der im Gazastreifen herrschenden Hamas zerstört, darunter das Büro des Hamas-Chefs Ismail Hanija. Bei einer Serie von Angriffen im Gazastreifen seien fünf Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt
Majdi Fathi/ AFP

Israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt

Die Militärführung hatte zuvor die Hamas für den Raketenangriff nördlich der israelischen Metropole verantwortlich gemacht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte bei einem Besuch in Washington, Israel werde keine Angriffe auf sein Staatsgebiet dulden (mehr zur Wahlkampfreise Netanjahus lesen Sie hier).

In Gaza waren nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters Explosionen zu hören. Aus Sicherheitskreisen der Palästinenser und von Hamas-Medien verlautete, eine Hamas-Stellung nahe Gaza-Stadt sowie ein Trainingslager im Norden des Gazastreifens seien getroffen worden.

Es galt als wahrscheinlich, dass die in dem Küstenstreifen am Mittelmeer herrschende Hamas vorgewarnt war und beide Einrichtungen zuvor evakuiert worden waren. Israelische Medien hatten vor Beginn der Angriffe auf Gaza berichtet, dass Truppen zur Verstärkung an die Grenze zum Palästinensergebiet geschickt würden. Zwei zusätzliche Infanteriebrigaden und Panzertruppen seien für den Einsatz mobilisiert worden.

Rafah, Gazastreifen
Said Khatib/ AFP

Rafah, Gazastreifen

In der Nacht zu Montag waren sieben Israelis durch einen Raketenangriff nördlich von Te Aviv verletzt worden. Das israelische Militär hatte dafür die Hamas verantwortlich gemacht. Netanyahu, der in Israel nicht nur Ministerpräsident, sondern auch Verteidigungsminister ist, nannte den Angriff in Washington ein abscheuliches Verbrechen. Er wollte seinen Besuch in den USA deshalb vorzeitig beenden. Unmittelbar nach einem Gespräche mit Trump wollte er zurückfliegen, erklärte Netanyahu.

In Washington betonte Trump, Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung. Netanyahu sagte, Israel werde alles erforderliche für die Sicherheit seiner Bürger unternehmen. Die Lage in Israel ist vor der Parlamentswahl am 9. April gespannt. Am Montag unterzeichnete Donald Trump ein Dekret, in dem er die Souveränität Israels über die Golanhöhen anerkennt.

mst/sun/Reuters/dpa



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