Israel Hamas begrüßt Terroranschlag

Neun Menschen sind tot, Dutzende verletzt - in Tel Aviv hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Die radikalislamische Hamas-Bewegung nennt den Anschlag einen "Akt der Selbstverteidigung", die Schuld daran trügen die Israelis.

Tel Aviv - Verstörte Menschen, zerfetzte Körper, entsetzte Helfer: In der Nähe eines Schnellimbiss in Tel Aviv hat ein Selbstmordattentäter eine Bombe gezündet. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer auf neun, rund 60 Menschen wurden verletzt. Es handelte sich nach Angaben der Polizei um einen besonders großen Sprengsatz, der am Ort der Explosion schweren Sachschaden anrichtete.

Augenzeugen berichteten von einem "riesigen Knall". Der Ort des Anschlags habe einen "unbeschreiblichen Anblick" geboten. Die schwere Explosion ereignete sich zum jüdischen Passahfest und trotz einer Abriegelung der Palästinensergebiete.

Die Hamas-Bewegung, die in den Palästinenser-Gebieten an die Regierung gewählt wurde, bezeichnete den Anschlag als "Selbstverteidigung". Der Hamas- Sprecher Sami Abu Suhri sagte in Gaza, solche Anschläge seien Widerstand gegen die israelische Besatzung und gehörten zum Recht des palästinensischen Volkes. "Diese Operation ist die natürliche Konsequenz der Aggressionen Israels", sagte ein Hamas-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Mit der Besetzung der Palästinensergebiete und "den Verbrechen gegenüber Kindern und Frauen, den Ermordungen, den Festnahmen" trage Israel die Verantwortung für die gegenwärtige Situation.

Im Fernsehen waren Passanten in blutverschmierten Hemden zu sehen. Ein Sprecher der Al-Aksa-Brigaden, dem bewaffneten Flügel der Fatah-Bewegung von Abbas, sagte, es habe sich um einen Vergeltungsschlag nach israelischen Militäraktionen im Gazastreifen gehandelt. "Diese Operation ist eine Antwort auf die israelischen Massaker gegen unser Volk in Gaza."

Palästinenser-Präsident Abbas sagte dagegen, der Anschlag laufe den palästinensischen Interessen zuwider. Er forderte die internationalen Nahost-Vermittler auf, "die schwere Verschlechterung zu stoppen, die die Region derzeit erlebt". Der designierte israelische Ministerpräsident Ehud Olmert nannte den tödlichen Anschlag einen "sehr schlimmen Vorfall", auf den Israel angemessen reagieren werde. Die Tat überschattete die erste Sitzung der neuen Parlaments, der 17. Knesset.

Palästinensische Medien berichteten, die radikalen Gruppen Islamischer Dschihad und Al-Aksa-Brigaden hätten sich zu der Tat bekannt.

Jul/afp/dpa/AP

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