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Israel: Buschfeuer in Haifa

Foto: Ariel Schalit/ AP

Großbrände in Israel Medien berichten von "Feuer-Intifada"

In Israel wüten verheerende Großbrände - der Grund ist mutmaßlich Brandstiftung. Die Polizei hat zwölf Menschen festgenommen, Behörden und Medien gehen von einer politischen Motivation aus.

Die israelische Polizei hat im Zusammenhang mit den Großbränden nahe der Hafenstadt Haifa zwölf Menschen verhaftet. Nähere Angaben zu den Festnahmen machten die Behörden nicht. Israels Polizei vermutet, dass viele der Feuer mutwillig gelegt wurden. Israelische Medien sprachen bereits von einer "Feuer-Intifada" von Palästinensern.

"Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren", sagte Polizeichef Roni Alscheich am Donnerstag. Laut dem Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sollen etwa die Hälfte der Brände von Pyromanen oder aus antiisraelischen Motiven gelegt worden sein. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte an, jede Brandstiftung als "Terrorakt" zu verfolgen.

Palästinenser wiesen die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien "grundlos und unzutreffend", sagte Wasel Abu Jussef, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees. "Israelische Offizielle versuchen damit, die israelische Öffentlichkeit gegen die Palästinenser aufzuhetzen", sagte der PLO-Vertreter. Der palästinensische Zivilschutz hat nach eigenen Angaben zur Unterstützung vier Feuerwehrwagen nach Jerusalem und Haifa geschickt.

75.000 Menschen betroffen

In den vergangenen Tagen sind Zehntausende Israelis allein vor den Feuern in der Hafenstadt Haifa geflohen. Dort sind 75.000 Menschen von den Bränden betroffen, 60 Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt.

Am Freitagmorgen meldete die Polizei einen neuen Brandherd in Kirjat Gat südlich von Tel Aviv. Auch im Westjordanland gibt es seit Mittwoch Brände, unter anderem in der Nähe der Stadt Ramallah. Insgesamt sei die Situation inzwischen "unter Kontrolle", sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. "Aber die Dinge können sich ändern und sich entwickeln, während wir hier reden."

In Israel und den Palästinensergebieten herrscht seit langem Trockenheit. Starke Winde fachen die Feuer weiter an. Zahlreiche Länder, darunter auch die USA, Frankreich und Russland, wollen Israel im Kampf gegen die Flammen unterstützen.

brk/dpa