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Erschossener palästinensischer Attentäter Militärgericht verurteilt israelischen Soldaten

Mit einem Kopfschuss tötete ein israelischer Soldat einen am Boden liegenden palästinensischen Attentäter. Die Debatte über den Fall spaltet das Land - jetzt fiel das Urteil.

Ein israelisches Militärgericht hat den Soldaten Elor Azaria wegen Totschlags verurteilt. Er hatte im März 2016 einen palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Der Mann sei "unnötigerweise" erschossen worden, sagte die Vorsitzende Richterin Maja Heller bei der Urteilsverkündung. Das Strafmaß wird erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben, Azaria drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation B'Tselem hatten den Vorfall am 24. März gefilmt. Die Aufnahmen zeigen, wie Azaria einen verletzten Attentäter ohne Vorwarnung in den Kopf schießt. Der Palästinenser hatte zuvor einen anderen Soldaten mit einem Messer verletzt.

Der Fall spaltet die israelische Gesellschaft und hat eine heftige Kontroverse darüber ausgelöst, unter welchen Umständen Soldaten auf Palästinenser schießen dürfen. Das Urteil dürfte deshalb Signalwirkung haben. (Lesen Sie hier mehr zum Prozess gegen Azaria.)

Während der Urteilsverkündung kam es vor dem Gericht zu Protesten. Hunderte Menschen forderten die Freilassung Azarias. Die Demonstranten blockierten zeitweise die Straße, zwei Menschen wurden festgenommen.

Unterstützer von Azaria

Unterstützer von Azaria

Foto: AMIR COHEN/ REUTERS

Die Anklage hatte im Prozess eine Haftstrafe für Azaria gefordert. Der Verteidiger erklärte hingegen, sein Mandant habe in Selbstverteidigung gehandelt. Azaria selbst sagte vor Gericht, er habe auf den Palästinenser geschossen, weil er befürchtet habe, dieser könne unter seiner Jacke einen Sprengstoffgürtel tragen und diesen zur Explosion bringen.

Die Vorsitzende Richterin lehnte allerdings die entscheidenden Argumente der Verteidigung als unglaubwürdig ab. Der Schuss aus seiner Waffe sei tödlich gewesen für den Palästinenser. Sie bezeichnete Azarias Aussage als "sich immer wieder verändernd und ausweichend".

brk/dpa
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