Wahl in Israel Herzog räumt Niederlage ein - Netanyahu will schnell Regierung bilden

Premier Netanyahu will nach seinem Sieg bei der Knesset-Wahl möglichst schnell eine Regierung bilden: Binnen "zwei, drei Wochen" soll eine neue Koalition stehen. Herausforderer Herzog räumt seine Niederlage ein.
Wahl in Israel: Herzog räumt Niederlage ein - Netanyahu will schnell Regierung bilden

Wahl in Israel: Herzog räumt Niederlage ein - Netanyahu will schnell Regierung bilden

Foto: MENAHEM KAHANA/ AFP

Jerusalem - Israels Oppositionschef Isaac Herzog hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. "Vor ein paar Minuten habe ich mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gesprochen, ihm zu seinem Erfolg gratuliert und Glück gewünscht", sagte Herzog am Mittwochvormittag.

Nach Auszählung nahezu aller Stimmen schnitt Netanyahus konservativer Likud-Block am stärksten bei der Abstimmung am Dienstag ab. Er dürfte mit 30 Sitzen sechs Mandate mehr als Herzogs Mitte-Links-Bündnis Zionistische Union in der Knesset erhalten. Drittstärkste Kraft wurde das arabische Parteienbündnis mit 14 Sitzen.

Die Zionistische Union schrieb in einer Mitteilung, es sei ein "schwerer Morgen für uns und jene, die an unsere Vision geglaubt haben". Man werde weiterhin "im Namen der Bürger Israels für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Demokratie kämpfen".

Eine vierte Amtszeit Netanyahus ist damit sehr wahrscheinlich - nur über die Regierungskonstellation herrscht noch Unklarheit. Bei der Regierungsbildung will sich der Premier beeilen. Er plane den Prozess binnen zwei oder drei Wochen abzuschließen, berichteten israelische Medien.

Möglich wäre neben einer Regierung des rechten Lagers auch eine große Koalition aus Likud und Zionistischer Union. Diese Lösung würde vom israelischen Präsidenten Reuven Rivlin bevorzugt. Vor der Wahl hatten sich allerdings sowohl Netanyahu als auch Herzog dagegen ausgesprochen.

Viertstärkste Kraft wurde die Zukunftspartei von Jair Lapid mit elf Sitzen. Die Partei Kulanu kam auf zehn Sitze. Die Siedlerpartei bekommt acht Mandate, gefolgt von zwei ultra-orthodoxen Parteien mit sieben und sechs Sitzen. Außenminister Avigdor Lieberman schafft mit Israel Beitenu sechs Sitze.

fab/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.