Westjordanland Palästinenser verübt Säureanschlag auf israelische Familie

Ein radikaler Palästinenser hat eine israelische Familie mit Säure attackiert. Unter den Verletzten seien mindestens drei Kinder gewesen, berichten die israelische Armee und die Polizei von Jerusalem. Der Täter soll psychisch krank sein.

Verwundete nach Säureanschlag: Palästinenser griff Israelis an
REUTERS

Verwundete nach Säureanschlag: Palästinenser griff Israelis an


Jerusalem - Mehrere Menschen sind im Westjordanland südwestlich von Jerusalem offenbar Opfer eines Säureangriffs durch einen Palästinenser geworden. Die Nachrichtenseite "ynet" berichtet, sechs Israelis seien leicht verletzt worden, darunter drei Kinder zwischen acht und zehn Jahren. "ynet" zitiert die israelische Armee.

Die Kinder sollen Verätzungen an den Gliedmaßen, einer der Erwachsenen auch an den Augen und im Gesicht erlitten haben. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Die Familie soll nahe einem Checkpoint einen Anhalter mitgenommen haben. Daraufhin habe der Mann die Familie erst mit einer Flüssigkeit - offenbar Säure - attackiert und den Vater dann mit einem Schraubenschlüssel angegriffen. Die Attacke soll sich auf der Route 60 zwischen Jerusalem und Bethlehem ereignet haben, berichtet "Haaretz".

Angreifer soll Verbindungen zum Islamischen Dschihad haben

Ein Zivilist, der in der Nähe war, schoss auf den Angreifer und verletzte ihn. Medienberichten zufolge soll der Mann aus Nahalin unweit des Tatortes stammen und psychisch krank sein. Das israelische Radio berichtete, der Mann habe Verbindungen zur militanten Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad und bereits im Gefängnis gesessen. Er soll mittelschwer verletzt worden sein.

Im Westjordanland und in Jerusalem kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Konfrontationen und auch Anschlägen. Nach dem Tod des Palästinenserfunktionärs Siad Abu Ein bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten am Mittwoch war neue Gewalt befürchtet worden.

Die palästinensische Autonomiebehörde machte die israelische Armee für den Tod des Leiters der palästinensischen Beobachtungsstelle für die israelische Siedlungspolitik verantwortlich. Das israelische Gesundheitsministerium nannte dagegen unter Verweis auf die Autopsie einen Herzinfarkt infolge einer Stress-Situation als wahrscheinliche Todesursache. Abu Ein war am Mittwoch zusammengebrochen, nachdem die Armee einen Protestmarsch mit rund 300 Teilnehmern nördlich von Ramallah gewaltsam aufgelöst hatte.

isa/vek/AFP/Reuters/dpa



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