Nahostkonflikt Israel plant Ausbau von Siedlungen im Westjordanland

50 Jahre nach dem Sechstagekrieg will Israel seine Siedlungen im Westjordanland erweitern. Ministerpräsident Netanyahu wünscht sich Bauten in allen Teilen "von Judäa und Samaria" - trotz Warnung der USA.


Israel plant einen weiteren Ausbau seiner Siedlungen im Westjordanland. Ein zuständiges Gremium habe den Bau von mehr als tausend neuen Siedlerwohnungen genehmigt, schrieb die israelische Zeitung "Jediot Achronot".

"Ich habe die Ehre, nach Jahrzehnten der erste Ministerpräsident zu sein, der eine neue Siedlung in Judäa und Samaria (Westjordanland) baut", hatte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zuvor am Dienstagabend in der Knesset gesagt. "Wir haben das Kabinett versammelt und eine einstimmige Entscheidung getroffen: Wir haben gesagt, dass wir in allen Teilen von Judäa und Samaria bauen."

Der "Times of Israel" zufolge gehören etwa hundert der geplanten Wohnungen zu einer neuen Siedlung, die als Ersatz für den im Februar geräumten Außenposten Amona gebaut wird. Insgesamt plant Bauminister Joav Galant laut "Jediot Achronot" zudem 67.000 zusätzliche Wohnungen im nordwestlichen Teil des Westjordanlandes.

Die USA als engster Verbündeter hatten die israelische Regierung zuletzt zur Zurückhaltung beim Siedlungsbau aufgerufen. US-Präsident Donald Trump sagte bei seinem Besuch in Israel: "Ich bin dem Ziel verpflichtet, ein Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern zu erreichen."

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 jüdische Siedler. Auch die Palästinenser beanspruchen das Gebiet für sich - und wollen einen unabhängigen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt errichten.

apr/dpa



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