Heikle Entscheidung Rumänien will Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen

Rumäniens Ministerpräsidentin Dancila hat angekündigt, die Israel-Botschaft ihres Landes von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Vorbild für die umstrittene Entscheidung war US-Präsident Donald Trump.

Beeindruckt von Donald Trump: Rumäniens Ministerpräsidentin Viorica Dancila (Archivfoto)
ROBERT GHEMENT/EPA-EFE/REX

Beeindruckt von Donald Trump: Rumäniens Ministerpräsidentin Viorica Dancila (Archivfoto)


Als erstes EU-Land wird Rumänien seine Auslandsvertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Das kündigte Ministerpräsidentin Viorica Dancila am Sonntag in Washington bei der Jahrestagung der amerikanisch-israelischen Lobbyorganisation Aipac an. "Ich als Ministerpräsidentin von Rumänien, und die Regierung, die ich leite, werden unsere Botschaft nach Jerusalem verlegen, der Hauptstadt Israels", erklärte sie laut Übersetzung.

Dancila sagte, die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Botschaftsverlegung habe sie beeindruckt. Die USA hatten in einem politischen Paukenschlag - je nach Standpunkt Provokation, längst überfällig oder gefährlicher Alleingang - Jerusalem im Dezember 2017 als Israels Hauptstadt anerkannt und im vergangenen Mai ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Auch Länder wie Tschechien oder Brasilien haben sich für einen Umzug ihrer diplomatischen Vertretungen ausgesprochen.

Verlegungen sind umstritten

Die Verlegungen sind umstritten. Der Status von Jerusalem soll nach Auffassung des überwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern festgelegt werden. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina.

Die Ankündigung Rumäniens kommt in einer Zeit, in der das Land die EU-Ratspräsidentschaft inne hat. Der Umzug der US-Botschaft hatte innerhalb der EU für Streit gesorgt. Die Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisierte die Entscheidung der USA, konnte das aber wegen Widerstands aus Rumänien, Ungarn und Tschechien nicht im Namen aller EU-Staaten tun.

löw/dpa



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