Randale auf dem Tempelberg Israel schließt al-Aksa-Moschee für Palästinenser

Der Tempelberg in Jerusalem ist Juden und Muslimen heilig. Jetzt hat Israel Palästinensern während des Laubhüttenfestes den Zugang zum Gelände verweigert. Es kam zu Ausschreitungen.
Randale auf dem Tempelberg: Israel schließt al-Aksa-Moschee für Palästinenser

Randale auf dem Tempelberg: Israel schließt al-Aksa-Moschee für Palästinenser

Foto: THOMAS COEX/ AFP

Zum Beginn des jüdischen Laubhüttenfestes Sukkot ist es auf dem Tempelberg in Jerusalem zu Konflikten der israelischen Polizei mit palästinensischen Muslimen gekommen. Dabei seien einige Menschen verletzt und die al-Aksa-Moschee beschädigt worden, sagte der Direktor der islamischen Wakf-Stiftung, Azzam Khatib.

Die Polizei hatte die Moschee für Palästinenser geschlossen und Gläubige aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Damit wolle man Juden, die das Laubhüttenfest begehen wollten, ungehinderten Zugang zum Tempelberg verschaffen, hieß es. Die Sicherheitskräfte errichteten Barrikaden auf den Zugangstoren zu dem ummauerten Heiligtum und hinderten alle Palästinenser unter 50 Jahren am Eintritt.

Jüdische Extremisten hatten ihre Anhänger aufgefordert, den Tempelberg während des achttägigen Laubhüttenfestes zu besuchen. Den Muslimen ist der Ort als al-Haram al-Scharif ebenfalls heilig. Juden halten den Tempelberg für den Standort des ersten jüdischen Tempels und fordern dessen Neuerrichtung. Palästinensische Muslime haben ihre Anhänger dazu aufgerufen, die Moschee mit ihrer Präsenz zu schützen.

Blendgranaten und Eisenketten

Laut Khatib zwangen nun Polizisten die Muslime unter Einsatz von Blendgranaten, das Gelände zu verlassen, und verschlossen die Tore mit Eisenketten. Nach Polizeiangaben warfen Palästinenser Brandsätze und Steine. Augenzeugenberichten zufolge spazierten Gruppen von Juden in Polizeibegleitung über den Tempelberg. Einige seien auf dem Dach der Moschee gesichtet worden.

"Die israelische Regierung hat entschieden, die Moschee (zwischen Muslimen und Juden) aufzuteilen", sagte Khatib. "Das ist eine sehr gefährliche Angelegenheit, die sich auf die ganze Region auswirken könnte. Die Moschee ist nur für Muslime bestimmt, und niemand sonst hat irgendein Recht auf sie." Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu weist Behauptungen zurück, dass seine Regierung den Status der Moschee ändern wolle.

kev/AP/dpa
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