Gazastreifen Israel tötet Anführer des Islamischen Dschihad - Gaza reagiert mit Beschuss

Israelische Sicherheitskräfte haben bei einer gezielten Aktion im Gazastreifen einen Islamistenführer getötet. Die Armee rechnet nun mit mehrtägigen Auseinandersetzungen. Am Morgen flogen mehrere Raketen aus Gaza.

Rakete aus Gaza abgefeuert: Die Operation der Israelis haben dazu gedient, "eine drohende Gefahr" abzuwenden
Mohammed Salem/REUTERS

Rakete aus Gaza abgefeuert: Die Operation der Israelis haben dazu gedient, "eine drohende Gefahr" abzuwenden


Gegen 4 Uhr in der Nacht haben Israels Sicherheitskräfte Armeeangaben zufolge einen Anführer des Islamischen Dschihad im Gazastreifen getötet. Demnach habe es sich um eine gezielte Aktion gehandelt. Die Armee informierte über die Operation unter Beteiligung des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet. Baha Abu al-Ata sei bei einem Luftangriff auf sein Haus gestorben.

Auch die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod des Islamistenführers und seiner Frau. "Israel hat alle roten Linien überschritten", hieß es in einer Stellungnahme. Laut Gesundheitsministerium in Gaza wurden zwei weitere Personen verletzt.

Medienberichten zufolge fing das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) anschließend mehrere Raketen ab, die vom Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden. Auch die Armee gab an, dass es am Morgen "erheblichen" Raketenbeschuss aus Gaza gegeben habe. Das Militär stelle sich auf mehrtägige Auseinandersetzungen ein, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus.

Abu al-Ata soll Terroranschläge auf israelische Zivilisten geplant haben

Abu al-Ata habe Berichten zufolge in den vergangenen Tagen Vorbereitungen für "unmittelbar bevorstehende" Terroranschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten vorangetrieben, teilte die Armee mit. Er habe unter anderem "Terrorsquads" für das Vordringen nach Israel trainiert. Abu al-Ata war der Anführer der Quds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihad im Gazastreifen.

Die Operation habe dazu gedient, "eine drohende Gefahr" abzuwenden, hieß es weiter von der Armee. Sie sei von Ministerpräsident und Verteidigungsminister Benjamin Netanyahu genehmigt worden. Die Regierung hatte am Sonntag der Ernennung von Naftali Bennett von der Neuen Rechten zum neuen Verteidigungsminister zugestimmt.

Haus von Abu al-Ata: Er habe unter anderem "Terrorsquads" für das Eindringen nach Israel trainiert
MAHMUD HAMS/AFP

Haus von Abu al-Ata: Er habe unter anderem "Terrorsquads" für das Eindringen nach Israel trainiert

"Abu al-Ata war verantwortlich für die meisten Aktivitäten des palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen und war eine tickende Zeitbombe", teilte die Armee mit. "Er hat Terrorattacken angeführt und sich persönlich an ihnen beteiligt sowie an Versuchen, israelischen Zivilisten und Soldaten Leid zuzufügen durch Raketenbeschuss, Scharfschützenfeuer, das Senden von Drohnen und mehr."

Abu al-Ata sei verantwortlich gewesen unter anderem für den intensiven Beschuss Anfang Mai, den Raketenbeschuss am 1. November, bei dem ein Haus in der israelischen Stadt Sderot getroffen wurde, sowie Raketenbeschuss auf ein Musikfestival in Sderot Ende August, teilte die Armee mit.

Keine Rückkehr zur Politik der gezielten Tötung

Nach der Operation erklärte die Armee, nicht zur Politik der gezielten Tötungen von Feinden Israels zurückzukehren. "Dieser israelische Angriff ist kein Hinweis auf einen Wechsel in der israelischen Politik", sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Dienstag. Dies sei eine einzigartige Aktion gewesen, um "eine direkte Bedrohung" abzuwenden.

asc/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.