Israel Tote bei Feuergefecht im Westjordanland

Der Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern ist erneut brüchig geworden: Bei einem Schusswechsel im Westjordanland erschossen heute israelische Soldaten einen örtlichen Anführer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad sowie einen Polizisten.


Ramallah - Eine Militärsprecherin bestätigte palästinensische Berichte, denen zufolge der Dschihad-Führer der Stadt Kabatia, der 30-jährige Mirwah Kmeil, bei einem Schusswechsel starb. Sechs Palästinenser erlitten nach Angaben von Sanitätern in der Stadt zum Teil schwere Verletzungen. Kabatia gilt als Hochburg des Islamischen Dschihad.

Das Feuergefecht entwickelte sich, nachdem ein Armeetrupp in den Morgenstunden nach Kabatia vorgedrungen war, um dort von Israel gesuchte Palästinenser festzunehmen. Die Soldaten umstellten ein Haus, in dem sich mehrere bewaffnete Männer aufhielten. Nach Angaben der Armee schoss auch der palästinensische Polizist auf die Soldaten, bevor er selbst tödlich getroffen wurde. Bei dem Schusswechsel wurde einer der Soldaten verletzt.

Die radikal-islamische Hamas-Bewegung beschoss am Morgen die israelische Grenzstadt Sderot mit mehreren Kleinraketen vom Typ Kassam. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung bekannte sich zu den Angriffen. Es handele sich um eine Reaktion auf die israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe sowie die Bedrohung des Tempelbergs durch jüdische Fanatiker. Dort war es gestern zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten gekommen.

Manila ruft Botschafter zurück

Die Philippinen haben ihren Botschafter in Israel zu "Konsultationen" zurückgerufen, nachdem dieser die für Einwanderer zuständige Polizei in Israel mit der Geheimen Staatspolizei der Nazis (Gestapo) verglichen hatte. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte heute in Manila, der Botschafter werde aber in einigen Wochen auf seinen Posten zurückkehren. Botschafter Antonio Modena hatte nach Angaben israelischer Zeitungen gesagt: "So, wie die Nazis die Juden behandelt haben, ... so behandelt uns die Einwandererpolizei."

Hintergrund war die angebliche Misshandlung von illegalen ausländischen Arbeitskräften, darunter auch Philippiner, die bei Razzien festgenommen worden waren. Inzwischen hat sich der Botschafter für die Bemerkung, die in Israel auf massive Kritik gestoßen ist, entschuldigt. In Israel arbeiten rund 30.000 Philippiner - viele als Dienstboten oder Pflegepersonal.



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