Israel-Vorstoß Truppen in Hebron

Fast täglich rücken israelische Truppen in eine palästinensische Stadt ein, verhaften mutmaßliche Terroristen und ziehen wieder ab. Vergangene Nacht griffen die Israelis in Hebron zu.


Hebron - Vor dem Morgengrauen sind israelische Truppen aus drei Richtungen nach Hebron im Westjordanland vorgestoßen. Das teilten palästinensische Sicherheitsbeamte mit. Die Israelis seien mit drei Panzern, 20 Schützenpanzern und rund 20 Jeeps in die Stadt eingerückt, in der eine kleine jüdische Gemeinde inmitten von Zehntausenden Palästinensern lebt. Wenige Stunden später seien die Israelis wieder abgezogen.

Palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, die Soldaten hätten drei Personen festgenommen, darunter einen örtlichen Funktionär der islamischen Hamas-Bewegung.

Seit dem Ende der israelischen Offensive gegen militante Palästinenser im Westjordanland Anfang des Monats hat es fast täglich Razzien in palästinensischen Dörfern und Städten gegeben, bei denen Verdächtige festgenommen und Waffen sichergestellt wurden. In Betlehem ging eine solche Razzia am Donnerstag in den fünften Tag. Ein Militärsprecher sagte, die Aktion werde so lange fortgesetzt, bis die Ziele erreicht seien.

Fischer trifft Arafat

Bundesaußenminister Joschka Fischer wird auf seiner Nahost-Reise heute mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon in Jerusalem und im Anschluss mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat in Ramallah zusammentreffen. Fischer will Arafat zu tief greifenden demokratischen Reformen der Autonomiebehörde drängen. Der Minister will bei Israelis und Palästinensern auch für den Plan einer internationalen Konferenz werben, um den festgefahrenen Friedensprozess wieder in Gang zu bringen.

Auch die US-Regierung verstärken ihre diplomatischen Bemühungen in Nahost. Nach Angaben des Nahost-Gesandten William Burns will sein Land einen neuen Anlauf für eine Friedenslösung zwischen Israel und den Palästinensern nehmen. Washington setze auf einen dreistufigen Plan, sagte Burns in Kairo.

Nach einem Gespräch mit dem ägyptischen Außenminister Ahmed Maher erklärte Burns, der erste Schritt sei ein diplomatischer Vorstoß für ein Bekenntnis zu einer Zwei-Staaten-Regelung. Zweitens müssten die palästinensischen Institutionen gestärkt werde. Drittens sollten die wichtigen Sicherheitsfragen geklärt werden.



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