US-Präsident als Namensgeber Israel hat Ort für "Projekt Trumpville" gefunden

In den besetzten Golanhöhen plant Israel die erste neue Siedlung seit 20 Jahren - benannt wird sie nach Donald Trump.

Israelisches Militär auf Posten am Mount Bental im Golan (im Mai 2018)
REUTERS

Israelisches Militär auf Posten am Mount Bental im Golan (im Mai 2018)


Die israelische Regierung macht Ernst mit dem Vorhaben, das Medien etwas salopp "Projekt Trumpville" getauft haben: Nachdem Premierminister Benjamin Netanyahu im April erstmals davon gesprochen hat, einen Ort zu Ehren von US-Präsident Donald Trump zu benennen, nimmt das Vorhaben nun konkretere Züge an.

Netanyahu sprach im Anschluss an eine Kabinettssitzung davon, die Regierung habe inzwischen einen konkreten Platz identifiziert, an dem die Siedlung entstehen solle. Das berichten israelische Medien wie die "Jerusalem Post" (hier geht's zum Artikel). Brisant ist das vor allem, weil die Siedlung in den von Israel besetzten Golanhöhen entstehen soll, die international als von Israel besetztes, syrisches Territorium gelten.

Israel hat die ursprünglich syrischen Golanhöhen 1967 während des Sechstagekriegs erobert und das Gebiet 1981 annektiert. International wurde der Gebietsanspruch allerdings nicht anerkannt - bis Donald Trump kam. Der US-Präsident hatte im März - gegen lautstarke internationale Kritik - Israels Souveränität über den strategisch wichtigen Landstrich anerkannt. Zuvor hatte er schon die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt.

Bislang unterhält Israel 33 Siedlungen im Golan. Die letzte davon wurde im Jahr 1999 gegründet. Die neue Ortschaft, die Trumps Namen tragen soll, wäre also die erste Neugründung seit zwanzig Jahren. Laut einem Bericht der israelischen Zeitung "Makor Rishon" soll sie zunächst für 120 Familien im nördlichen Golan errichtet werden.

beb

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