Israelische Blockade Hanija muss 26 Millionen Euro stehen lassen

Mehr als zwei Wochen lang hatte Palästinenser-Premier Hanija im Ausland Spenden gesammelt. Als er nun mit dem Geld nach Gaza wollte, machte Israel die Grenze dicht. Letztlich durfte der Hamas-Politiker doch einreisen - ohne Geldkoffer. Außerdem kam sein Konvoi unter Feuer.


Gaza - Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez hatte die Schließung des Grenzübergangs angeordnet, um den zur radikal-islamischen Hamas gehörenden Hanija am Transport der Spendengelder in das Palästinensergebiet zu hindern. Nach israelischen Angaben hatte Hanija nach einer mehr als
zweiwöchigen Reise durch arabische Staaten und den Iran
35 Millionen US-Dollar (rund 26 Millionen Euro) bei sich. Bewaffnete Hamas-Anhänger stürmten als Reaktion den gesperrten Grenzübergang Rafah. Auf ägyptischer Seite gab es Schießereien zwischen Palästinensern und Soldaten, bei denen acht Menschen verletzt wurden.

Noch Koffer in Ägypten: Palästinensischer Regierungschef Hanija
REUTERS

Noch Koffer in Ägypten: Palästinensischer Regierungschef Hanija

Nach einer stundenlangen Blockade des Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten habe Hanija den Übergang Rafah in Anwesenheit von EU-Beobachtern passiert, sagte die Sprecherin der Beobachter, Maria Telleria. Zuvor
hatten hunderte Kämpfer und Anhänger der radikalislamischen Hamas mit einer Besetzung auf die von Israel angeordnete Schließung des Übergangs reagiert.

Bei Schüssen auf den Konvoi von l Hanija am Grenzübergang wurde einer seiner Leibwächter getötet. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, darunter Hanijas politischer Berater, hieß es aus Regierungskreisen. Die radikalislamische Hamas-Bewegung machte die Garde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas für den Angriff verantwortlich. Es habe sich um einen Anschlag gehandelt, der Hanija gegolten habe, sagte Hamas-Sprecher Fausi Barhum der Nachrichtenagentur AFP.

Hanija hatte seine Auslandsreise vorzeitig beendet.
Jordanien, Saudi-Arabien, Oman und der Libanon hätten dem palästinensischen Ministerpräsidenten offizielle Treffen verweigert, hieß es aus Kreisen der Regierung in Gaza. Hanija hatte im Ausland um Unterstützung für die Palästinenser und seine Politik werben wollen.

kai/dpa/AFP



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