Westjordanland Israelische Soldaten erschießen palästinensischen Angreifer bei Razzia

Die israelische Armee hat eine Razzia im besetzten Westjordanland durchgeführt. Nachdem sie angegriffen wurden, setzten die Soldaten Tränengas und scharfe Munition ein. Dabei ist ein junger Palästinenser getötet worden.

Trauernde Palästinenser tragen den Körper des getöteten Demonstranten zu Grabe
REUTERS

Trauernde Palästinenser tragen den Körper des getöteten Demonstranten zu Grabe


Im besetzten Westjordanland ist es am Dienstag erneut zu Zusammenstößen gekommen: Zunächst war die israelische Armee am frühen Morgen in das Flüchtlingslager Deheishe am Stadtrand von Bethlehem eingerückt, um eine Razzia durchzuführen. Anwohner hätten die Soldaten daraufhin mit Steinen, Flaschen, Molotow-Cocktails und Rohrbomben attackiert, so eine Armeesprecherin.

Die Soldaten hätten anschließend Tränengas eingesetzt und geschossen. Dabei ist ein Palästinenser getötet worden. Wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte, sei der Mann in den Kopf getroffen worden. Bewohner des Lagers berichteten, Israel habe außerdem fünf Menschen festgenommen.

In Israel und den besetzten Palästinensergebieten kommt es seit Monaten zu Unruhen und Angriffen. Nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP sind dabei bisher 112 Palästinenser, 17 Israelis und zwei Menschen aus anderen Ländern getötet worden. Hinzu kommen zahlreiche Verletzte. Bei den meisten getöteten Palästinensern handelt es sich nach israelischen Angaben um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die meist mit Stichwaffen versucht hatten, Israelis anzugreifen.

mil/AFP/dpa



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