Lebenslange Haft Sechs Angeklagte nach Anschlag auf Istanbuler Flughafen verurteilt

2016 wurden am Atatürk-Flughafen in Istanbul bei einem Terroranschlag 45 Menschen getötet. Nun wurden sechs mutmaßliche IS-Mitglieder zu langen Haftstrafen verurteilt.
Beerdigung eines Opfers des Terroranschlags am Atatürk-Flughafen 2016

Beerdigung eines Opfers des Terroranschlags am Atatürk-Flughafen 2016

Foto: Deniz Toprak/ dpa

Fast zweieinhalb Jahre nach dem Terroranschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen sind sechs Verdächtige zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Die türkische amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, ein Gericht habe die mutmaßlichen Mitglieder der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) unter anderem des Mordes in 45 Fällen für schuldig befunden. Jeder von ihnen erhielt insgesamt 46 Mal lebenslänglich.

Der Anschlag vom 28. Juni 2016 zählt zu den blutigsten in der Geschichte der Türkei. Damals rissen drei Selbstmordattentäter 45 Menschen mit in den Tod, darunter 19 Ausländer. Mehr als 160 Menschen wurden verletzt. Obwohl sich bis heute niemand zu der Tat bekannte, machten die türkischen Behörden den IS dafür verantwortlich.

Gegen insgesamt 46 Verdächtige, darunter vier Flüchtige, begann vor einem Jahr der Prozess. Ein Drittel von ihnen soll die russische Staatsbürgerschaft besitzen. Über weitere Urteile wurde zunächst nichts bekannt.

Laut den Behörden waren die Attentäter - ein Russe, ein Usbeke und ein Kirgise - aus der damaligen syrischen IS-Hochburg Raka in die Türkei eingereist. Als mutmaßlicher Drahtzieher gilt der Tschetschene Achmed Tschatajew, der Kopf einer IS-Zelle in Istanbul, der Medienberichten zufolge im November 2017 bei einem Anti-Terror-Einsatz in Georgien getötet worden sein soll.

mal/AFP