Istanbul Hauptverdächtiger telefonierte am Tag vor Anschlag mit Attentäter

Nach dem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul hat ein türkisches Gericht Haftbefehle gegen 13 Tatverdächtige erlassen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 45.
Polizist vor dem Atatürk-Flughafen (Archivbild)

Polizist vor dem Atatürk-Flughafen (Archivbild)

Foto: OSMAN ORSAL/ REUTERS

Türkische Ermittler haben neue Erkenntnisse zu den vermuteten Hintermännern des Anschlags auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen: Der Hauptverdächtige habe am vergangenen Montag - einen Tag vor dem Terrorangriff - mit einem der drei Selbstmordattentäter telefoniert. Das meldet die türkische Nachrichtenagentur DHA.

Die Zahl der Todesopfer ist unterdessen auf 45 gestiegen, gegen 13 Verdächtige aus dem Umfeld der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erging Haftbefehl. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Mitwirkung an vorsätzlicher Tötung vor.

Die nun Verhafteten waren am Donnerstag bei einer Razzia in Istanbul festgenommen worden. Am Sonntag wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Ebenfalls am Sonntag nahm die Polizei laut DHA 14 weitere Verdächtige fest, darunter elf Ausländer. Damit hatte sich die Zahl der Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf insgesamt 27 erhöht.

Die türkische Führung vermutet, dass die Hintermänner des Anschlags dem IS angehören. Die Terrormiliz bekannte sich jedoch bislang nicht zu der Tat. Die drei Attentäter stammten nach Angaben der Regierung aus Russland, Usbekistan und Kirgisien.

Usbekistan und Kirgisien sind überwiegend muslimisch geprägt und gehörten einst zur Sowjetunion. Zahlreiche Extremisten aus dem Kaukasus und aus Zentralasien haben sich dem IS angeschlossen und kämpfen in Syrien und im Irak.

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Terror in der Türkei: Anschläge in der Türkei - Eine Chronologie

Foto: OSMAN ORSAL/ REUTERS

Im Video: Anschlag auf Atatürk-Flughafen in Istanbul

SPIEGEL ONLINE
cht/dpa
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