Istanbul Neue Festnahmen nach Anschlägen auf Synagogen

Nach den verheerenden Anschlägen auf zwei Synagogen in Istanbul haben die Behörden erneut Verdächtige festgenommen. Es gebe detaillierte Hinweise auf die Hintermänner der Tat, sagte der Gouverneur der türkischen Stadt.




Anschläge auf Synagogen in Istanbul: Warnung an die türkische Regierung, ihren pro-amerikanischen Kurs aufzugeben
AP

Anschläge auf Synagogen in Istanbul: Warnung an die türkische Regierung, ihren pro-amerikanischen Kurs aufzugeben

Istanbul - Am Sonntag waren vier Festgenommene wieder frei gelassen. Ihnen konnte keine Verbindung zu den Attentätern nachgewiesen werden, die in einer Selbstmordaktion zwei Autobomben vor den Synagogen gezündet hatten. Dabei waren 23 Menschen ums Leben gekommen, etwa 300 wurden verletzt.

Nach den jetzigen Festnahmen zeigten sich die türkischen Behörden zuversichtlicher, Drahtzieher der Anschläge gefasst zu haben. Laut türkischen Medien hat Muammer Güler, Gouverneur von Istanbul, mitgeteilt, die Ermittler hielten "wichtige Fakten" in Händen. "Wir haben detaillierte Hinweise, denen wir nachgehen, wir haben unser Archiv und internationale Einrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten", sagte der Gouverneur.

Mit Vorbehalt hat die türkische Regierung auf ein angebliches Bekennerschreiben des Terrornetzwerks al-Qaida reagiert. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte, es müsse sich erst noch zeigen, ob das Schreiben echt sei. Dies herauszufinden sei Aufgabe der Sicherheitskräfte und der Nachrichtendienste. In einem Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush sagte Erdogan, dass die Türkei alles tun werde, um die für den Anschlag verantwortlichen Terroristen zu fassen und vor Gericht zu bringen.

Die 23 Opfer der beiden Anschläge wurden mittlerweile alle zur Bestattung freigegeben. Im gerichtsmedizinischen Institut befänden sich nur noch Leichenteile, die von den beiden Selbstmordattentätern stammen könnten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.



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