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10. März 2004, 06:49 Uhr

Istanbul

Tote bei Anschlag

Bei einem Selbstmordattentat in Istanbul sind zwei Menschen ums Leben gekommen und sechs verletzt worden. Die türkischen Sicherheitsbehörden gehen allerdings nicht davon aus, dass der Bombenanschlag auf eine Freimaurerloge einen Zusammenhang mit der Serie schwerer Terroranschläge vom vergangenen November aufweist.

Istanbul - Die Art der Anschläge sowie die verwendeten Waffen und Bomben seien sehr verschieden, sagte Provinzgouverneur Muammer Güler heute. Nach Ermittlungen der Polizei hatten die Angreifer selbst gefertigte Rohrbomben gezündet, die sie am Körper trugen.

Bei dem Anschlag auf die Freimaurerloge in Kartal, einem Stadtteil Istanbuls auf der asiatischen Seite, waren gestern Abend ein Attentäter und ein Kellner getötet worden. Fünf Teilnehmer der Abendgesellschaft im Restaurant der Loge sowie der zweite Attentäter waren verletzt worden. Die Hintergründe des Anschlags sind noch unklar. Es werde untersucht, ob die Täter irgendeiner Gruppe angehörten, sagte der Provinzgouverneur. Bisher habe sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Die beiden Angreifer waren gegen 21.20 Uhr in das dreistöckige Gebäude gestürmt, hatten einem Wachmann in die Beine geschossen und dann im Eingangsbereich des im Erdgeschoss befindlichen Restaurants ihre Bomben gezündet. Einer der sechs Verletzten konnte das Krankenhaus noch in der Nacht verlassen. Die anderen, darunter auch der schwer verletzte zweite Attentäter, werden weiterhin stationär behandelt.

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