Rettungsschiff "Alan Kurdi" 88 Flüchtlinge gehen in Italien an Land

Rund eine Woche war die "Alan Kurdi" mit Dutzenden Flüchtlingen im Mittelmeer unterwegs. Nun konnten die Menschen das Rettungsschiff in Italien verlassen. Sie werden von fünf europäischen Ländern aufgenommen.

Erleichterung an Bord der "Alan Kurdi": Ankunft in Tarent
Renato Ingenito/ ANSA/ DPA

Erleichterung an Bord der "Alan Kurdi": Ankunft in Tarent


Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" ist im süditalienischen Tarent angekommen. Die 88 Flüchtlinge gingen von Bord. Die Geretteten seien von den italienischen Behörden einzeln erstversorgt und registriert worden, sagte der Sprecher der Organisation Sea-Eye, Gorden Isler. Auch Vertreter der Polizei und der Küstenwache seien vor Ort.

Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge waren auch fünf Kinder an Bord. Das italienische Innenministerium hatte der "Alan Kurdi" zuvor die Erlaubnis erteilt, in Tarent anzulegen. Nach rund einer Woche auf dem Mittelmeer war die Crew in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Sea Eye hatte dies mit dem schlechten Wetter begründet.

Das Schiff hatte die Migranten am 26. Oktober vor der Küste Libyens aufgenommen. Die Besatzung war laut Sea-Eye bei der Rettung von einer libyschen Miliz auf See bedroht worden, Maskierte hätten Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben.

Wie Ansa unter Berufung auf das Innenministerium berichtete, wollen Deutschland und Frankreich 60 Migranten der "Alan Kurdi" aufnehmen, Portugal fünf und Irland zwei. Die übrigen sollen in Italien bleiben. Der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich Ende September mit Frankreich, Italien und Malta auf eine Verteilung von Flüchtlingen verständigt, die aus Seenot gerettet werden. (Lesen Sie hier mehr zu dem Thema).

Der Bürgermeister von Tarent, Rinaldo Melucci, hatte gesagt, seine Stadt werde nicht zögern, diesen Menschen in Not in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts beizustehen.

bbr/dpa/AP



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