Nachfolge-Spekulationen Berlusconis Tochter Marina mag nicht

Sie wurde bereits als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters genannt, seit der ehemalige italienische Premier als Steuerbetrüger verurteilt wurde. Doch Silvio Berlusconis Tochter Marina hat offenbar keine Lust, an die Spitze der Partei ihres Vaters zu treten.

Silvio und Marina Berlusconi: "Einstieg in die Politik niemals erwogen"
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Silvio und Marina Berlusconi: "Einstieg in die Politik niemals erwogen"


Rom - Das Magazin "Forbes" zählt Marina Berlusconi schon jetzt zu den mächtigsten Frauen der Welt, doch mehr Einfluss in der italienischen Politik will die 47-jährige Tochter des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nicht. "Ich muss einmal mehr und kategorisch unterstreichen, dass ich einen Einstieg in die Politik niemals erwogen habe", sagte sie am Dienstag.

Marina Berlusconi beendete damit vorerst Spekulationen, sie könne als Nachfolgerin ihres Vaters an die Spitze seiner rechtspopulistischen Partei Volk der Freiheit (PdL) treten.

Marina Berlusconi, die älteste Tochter des ehemaligen Regierungschefs, leitet Fininvest, eine Holding, die den Medienkonzern Mediaset, das Verlagshaus Mondadori und den Fußballverein AC Mailand kontrolliert. Das Familienimperium wird auf 4,9 Milliarden Euro geschätzt.

Zu den Medien, die sie auf der Titelseite als Parteichefin handelten, gehörte auch die von ihrem Onkel geleitete Zeitung "Il Giornale". Die mit einem ehemaligen Tänzer der Mailänder Scala verheiratete Mutter zweier Kinder hatte schon bei früherer Gelegenheit politische Ambitionen bestritten.

Doch Spekulationen über einen Wechsel in die Politik bekamen Auftrieb, weil ihrem rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung verurteilten Vater ein mehrjähriges Politikverbot droht. Der Oberste Gerichtshof hatte den 76-Jährigen in letzter Instanz zu vier Jahren Haft verurteilt, von denen er ein Jahr verbüßen muss. Entweder steht in einer seiner Villen unter Hausarrest, oder er leistet die Strafe in Form gemeinnütziger Arbeiten ab.

Von der Entscheidung über das Politikverbot für Berlusconi hängt das Schicksal der zerstrittenen Koalition aus der linksliberalen Demokratischen Partei (PD) und der PdL ab. In beiden Parteien gibt es Bestrebungen, das Bündnis aufzukündigen. Die Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta hat es mit der schwersten Rezession seit 1945 und einer hohen Arbeitslosigkeit zu tun.

als/Reuters

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