Giuseppe Conte Jura-Prof soll italienischer Premier werden

In Italien haben sich die rechtspopulistische Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung auf einen Regierungschef geeinigt: Giuseppe Conte soll es werden. Der Politiknovize ist eigentlich Juraprofessor.
Giuseppe Conti

Giuseppe Conti

Foto: Angelo Carconi/ dpa

Die rechtspopulistische Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung haben dem italienischen Präsidenten den Politikneuling und Juristen Giuseppe Conte als Regierungschef für Italien vorgeschlagen. Das schreibt Sterne-Chef Luigi Di Maio auf der Internetseite der Partei.

Der 54-jährige gebürtige Süditaliener Conte ist Universitätsprofessor in Florenz und Rom. Der Jurist sitzt nicht im Parlament, gehört aber zum Kreis der Fünf-Sterne-Bewegung.

Die Sterne hatten bei der Wahl am 4. März mit 32 Prozent als stärkste Partei gewonnen. Die Partei von Gründer und Ex-Komiker Beppe Grillo steht für den Kampf gegen das Establishment und lässt sich weder rechts noch links verorten.

Die Regierungsbildung wird in Deutschland und anderswo in der EU mit Sorge gesehen, da sowohl die Lega als auch die Sterne auf Abstand zur Europäischen Union gegangen waren.

Die Koalition will nationale Interessen in den Mittelpunkt stellen. Zu ihren Plänen gehören teure Steuersenkungen, die Rücknahme einer Rentenreform und ein Grundeinkommen - Wirtschaftsexperten haben diese Vorhaben als unrealistisch für das hochverschuldete Land bezeichnet.

dop/dpa/Reuters