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26. August 2018, 10:45 Uhr

Italien

Innenminister Salvini nennt Ermittlungen eine "Ehrenmedaille"

Tagelang saßen etliche Menschen auf einem Rettungsschiff fest - die italienische Justiz hat deswegen ein Verfahren gegen Innenminister Matteo Salvini eingeleitet. Der ist darauf offenbar stolz.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat Ermittlungen gegen ihn als "Ehrenmedaille" bezeichnet. Das berichten italienische Medien.

Die sizilianische Staatsanwaltschaft wirft Salvini unter anderem Freiheitsberaubung vor, da etliche Migranten das Rettungsschiff "Diciotti" nicht verlassen durften. Die Untersuchung schließt den Berichten zufolge auch Salvinis Bürochef ein.

Das Schiff gehört der italienischen Küstenwache. Es hatte insgesamt 190 Migranten am 16. August aus Seenot gerettet. Nach mehr als zehn Tagen auf dem Mittelmeer und im Hafen von Catania an der Ostküste von Sizilien haben mittlerweile alle Migranten die "Diciotti" verlassen. Sie gingen Sonntagnacht von Bord und wurden anschließend nach Messina gebracht.

Von dort aus sollen etwa hundert von ihnen in die Obhut der katholischen Kirche in Italien kommen. Albanien hat sich zudem bereit erklärt, 20 Migranten aufzunehmen; zwischen 20 und 25 Menschen dürfen nach Irland reisen.

Die "Diciotti" durfte Anfang der Woche in den Hafen von Catania einlaufen. Die italienische Regierung wollte die geretteten Menschen aber nicht an Land lassen, bevor andere EU-Länder ihre Aufnahme zugesagt haben.

Vertreter von zehn Mitgliedstaaten konnten sich jedoch nicht auf eine Lösung einigen. Aus Protest gegen ihre Festsetzung auf dem Schiff waren mehrere Migranten in einen Hungerstreik getreten.

jpz/dpa/Reuters

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