Italien Justiz will 26 CIA-Agenten anklagen

Ermittlungen abgeschlossen: Drei Jahre nach der mutmaßlichen Entführung eines Ägypters in Mailand durch die CIA will Italiens Justiz 26 Agenten des US-Geheimdienstes anklagen.

Rom - Auch zwei Top-Fahnder des italienischen Geheimdienstes sollen angeklagt werden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa heute. Die Staatsanwaltschaft in Mailand habe ihre Ermittlungen abgeschlossen und beabsichtige, gegen insgesamt 38 Personen Anklage zu erheben.

Bereits im Juli hatte die Justiz zwei hohe Mitarbeiter des italienischen Geheimdienstes festgenommen, die die Verschleppung des ägyptischen Terrorverdächtigen Abu Omar im Februar 2003 durch die CIA begünstigt haben sollen. Gegen zahlreiche CIA-Agenten wurden Haftbefehle erlassen.

Die Verschleppung des islamischen Geistlichen aus Mailand macht in Italien schon seit längerem Schlagzeilen und belastet die Beziehungen zu den USA. Die Mailänder Justiz hatte sich bereits in Washington vergeblich um die Auslieferung von über 20 Agenten bemüht, die daran beteiligt gewesen sein sollen.

Italienischen Zeitungsberichten zufolge wurde der Verschleppte in einem ägyptischen Gefängnis schwer gefoltert. Die US-Behörden hatten stets erklärt, der italienische Geheimdienst sei vor der Aktion seinerzeit informiert worden. Auch die Staatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Ramstein hatte in dem Fall zeitweise ermittelt, weil der CIA-Gefangenenflug mit dem Ägypter seinerzeit in Ramstein Zwischenstopp gemacht haben soll.

Der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat stets betont, seine Regierung und die italienischen Geheimdienste hätten von dem Fall nichts gewusst.

hen/dpa/AP