Italien Koalitionsstreit um US-Militärbasis

Italiens Ministerpräsident Prodi wird sich trotz heftigen Protests im Land nicht gegen einen Ausbau eines US-Militärstützpunktes im Norden des Landes stellen. Seine Koalitionspartner protestieren gegen die Pläne.


Rom - Die Basis bei Vicenza nahe Venedig soll Einheiten der 173. Luftlandebrigade aufnehmen, die bislang in Bamberg und Schweinfurt stationiert sind. Ministerpräsident Romano Prodi sagte, er werde den italienischen US-Botschafter Ronald Spogli von der Entscheidung informieren. "Unsere Einstellung zu den USA ist die eines Freundes und Verbündeten", sagte Prodi. Spogli sprach von einem "Schritt nach vorne" für die amerikanisch-italienischen Beziehungen.

Die USA wollen mehrere hundert Millionen Dollar in den Ausbau des Stützpunkts investieren, damit dort 4500 Soldaten statt bislang 2750 stationiert werden können. Italienische Befürworter des Projekts weisen auf die Bedeutung für die örtliche Wirtschaft hin.

Der Ausbau des Stützpunkts ist in Italien umstritten. Teile der Regierungskoalition hatten eine Volksabstimmung verlangt und die Kommunisten mit Protest im Kabinett gedroht. Prodis Vorgänger, Silvio Berlusconi, warf Prodis Regierung Antiamerikanismus vor.

Die Debatte ging auch nach der Erklärung des Ministerpräsidenten weiter. Der Chef der italienischen Kommunisten, Oliviero Diliberto, sagte, er sei "sehr enttäuscht, sehr verärgert".

jaf/reuters



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