Flüchtlinge auf dem Mittelmeer Italienische Marine birgt elf Tote

Die Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer gehen weiter: Auf zwei Schlauchbooten sind jedoch nicht nur 86 Überlebende gesichert, sondern auch elf Tote geborgen worden. Die Überfahrt überlebt hat unter anderem ein 98-jähriger Syrer.

Mindestens elf Bootsflüchtlinge sind jüngst auf dem Mittelmeer umgekommen. Die Leichen seien zusammen mit 86 Überlebenden auf zwei Schlauchbooten entdeckt und anschließend geborgen worden. Das teilte die italienische Marine auf Twitter mit. Bei weiteren Aktionen retteten die Besatzungen von zwei Schiffen mehr als 480 Migranten. Ein Sprecher der Küstenwache sagte, es seien mehrere Rettungsaktionen im Gange. Nähere Angaben machte er jedoch nicht.

Die riskante Überfahrt hat ein fast Hundertjähriger gewagt: Der 98-jährige Ahmad sei 13 Tage auf dem Meer unterwegs gewesen und nun in Augusta auf Sizilien angekommen, berichtete eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen Italien, ebenfalls auf Twitter. Der Syrer sei aus seinem Heimatland geflüchtet und über Ägypten nach Italien gekommen.

Wie italienische Medien berichteten, geht es dem Mann gut. Er habe nach seiner Ankunft gleich mit seinen Enkeln und anderen Kindern gespielt, mit denen er zusammen von der italienischen Marine vor Sizilien gerettet worden sei. Er sei mit etwa 230 Flüchtlingen auf einem Fischerboot unterwegs gewesen.

Seit dem Jahresbeginn erreichten bereits etwa 40.000 Flüchtlinge aus Nordafrika über das Mittelmeer die Europäische Union, die meisten von ihnen Italien oder Griechenland. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen bis Mitte Mai fast 1800 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt ums Leben.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden im Mittelmeer zwischen November 2014 und Ende April 2015 fast 19.000 Flüchtlinge von Handelsschiffen geborgen und nur etwa 1700 von Schiffen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex.

Foto: SPIEGEL ONLINE
vek/dpa
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