Als erstes Mitglied der G7 Italien schließt sich Chinas Seidenstraße-Initiative an

Das Projekt gilt als umstritten, Italien scheint dennoch keine Bedenken zu haben: Als erstes Mitglied der wichtigsten Industrienationen hat sich das Land nun der Seidenstraßen-Initiative angeschlossen.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (r.) und Chinas Präsident Xi Jinping
GIUSEPPE LAMI/EPA-EFE/REX

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (r.) und Chinas Präsident Xi Jinping


Italien hat sich trotz Bedenken wichtiger EU-Partner als erstes der großen G7-Industrieländer dem chinesischen Megaprojekt einer "Neuen Seidenstraße" angeschlossen. Ministerpräsident Giuseppe Conte und Chinas Staatspräsident Xi Jinping reichten sich während der Zeremonie zur Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung die Hand.

China will mit dem Infrastrukturprojekt Milliardensummen in Häfen, Straßen, Bahnstrecken, Telekom-Netze und Flughäfen Dutzender Länder investieren. So sollen neue Wirtschafts- und Handelskorridore nach Europa, Afrika und bis nach Lateinamerika, aber auch innerhalb Asiens entstehen.

Große EU-Partner und die USA haben Bedenken. Sie kritisieren unter anderem mangelnde Transparenz und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Sie befürchten auch, dass China sein weltweites Machtstreben weiter verstärkt.

Xi trifft auch auf Emmanuel Macron und Angela Merkel

In Rom wurden nun mehrere Abkommen mit Unternehmen und mit Ministerien unterzeichnet. Darunter geht es sowohl um Investitionen in die Häfen von Triest und Genua als auch um eine Vereinbarung zum Export italienischer Orangen.

Xi reist nach seinem Italien-Besuch am Sonntag weiter über Monaco nach Frankreich. Am Dienstag trifft der kommunistische Staatsführer in Paris neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch Kanzlerin Angela Merkel und den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker.

Der "Neuen Seidenstraße" haben sich bereits Dutzende Länder angeschlossen, auch EU-Staaten wie Griechenland, Polen oder Ungarn. Italiens historische Partner Deutschland und Frankreich haben sich allerdings dagegen entschieden. Merkel hatte Italiens Engagement auf dem EU-Gipfel in Brüssel nicht explizit kritisiert. Jedoch sagte sie, "dass es noch besser ist, wenn man einheitlich agiert".

Die "Seidenstraße" ist eines der wichtigsten Projekte der Regierung von Xi, der wegen einer Verfassungsänderung bis zu seinem Lebensende im Amt bleiben könnte. Insgesamt will die Volksrepublik 900 Milliarden Dollar in Infrastrukturprojekte in Eurasien stecken. (Mehr zu dem Thema lesen Sie hier.)

bam/dpa



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