Italien Sprengsätze in Genua

Zwei kleine Sprengsätze sind am Montagmorgen in unmittelbarer Nähe eines Polizeihauptquartiers im italienischen Genua explodiert. Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt.


Genua - Durch die Explosionen seien Fensterscheiben bis in den fünften Stock des Gebäudes zu Bruch gegangen. Die Sprengsätze seien in Müllbehältern in einem nahe gelegenen Park versteckt gewesen. Der Anschlag trifft die Polizei in Genua zu einem kritischen Zeitpunkt. Derzeit sorgt ihr Vorgehen beim Gipfeltreffen der G-8-Staaten im Juli vergangenen Jahres für zunehmende Spannungen. In der vergangenen Woche hatten die ermittelnden Staatsanwälte jenen Polizisten entlastet, der bei den Protesten gegen das Gipfeltreffen einen Globalisierungsgegner erschossen hatte.

Der Beamte habe aus Selbstverteidigung gehandelt und solle deshalb nicht angeklagt werden, hieß es zur Begründung. Anschließend hatte ein Richter veranlasst, dass neun der damaligen Demonstranten im Gefängnis festgehalten werden sollten, solange wegen ihrer angeblichen Rolle bei Ausschreitungen gegen sie ermittelt werde. Rund 300.000 Demonstranten hatten sich in Genua während des G-8-Treffens Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.



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