Italien widerruft Genehmigung Stephen Bannon scheitert mit Akademie für Populisten

Früher war er Chefstratege von US-Präsident Trump, heute fördert Stephen Bannon Rechtspopulisten in Europa. Doch die Eröffnung seiner geplanten Kaderschmiede hat die Regierung in Rom vorerst verhindert.
Stephen Bannon (links) unterstützt Rechtspopulisten in Europa - hier ist er mit dem Belgier Tom Van Grieken und der Französin Marine Le Pen zu sehen

Stephen Bannon (links) unterstützt Rechtspopulisten in Europa - hier ist er mit dem Belgier Tom Van Grieken und der Französin Marine Le Pen zu sehen

Foto: NICOLAS MAETERLINCK / BELGA / AFP

Ginge es nach Donald Trumps Ex-Chefstrategen Stephen Bannon, würde im Kloster Trisulti bei Rom bald die künftige Elite der europäischen Rechtspopulisten ausgebildet werden. Ein Vertrauter Bannons, der Brite Benjamin Harnwell, wollte als Leiter des ultrakonservativen katholischen Instituts Dignitatis Humanae dort eine Akademie für "Verteidiger des jüdisch-christlichen Abendlandes" aufbauen.

Die Akademie sollte in diesem Herbst in Rom gegründet werden und 2020 nach Trisulti umziehen. Doch aus dem Vorhaben wird wohl nichts: Das italienische Kulturministerium hat nach eigenen Angaben die Genehmigung widerrufen, die dem Institut die Nutzungsrechte der Kartause Trisulti gewährte.

Lesen Sie auf : Unterwegs mit Stephen Bannon  - Der Mann, der Europas Rechte vereinen will

Das Institut hatte das ehemalige Kloster des Kartäuserordens 2018 für einen Zeitraum von 19 Jahren und für 100.000 Euro pro Jahr vom italienischen Staat gepachtet. Die Mönche hatten nicht mehr genug Geld, um das im 13. Jahrhundert gegründete Kloster rund hundert Kilometer östlich von Rom zu unterhalten.

Im Video: Bannons geplante Kaderschmiede trifft auf Widerstand vor Ort

SPIEGEL ONLINE

Das Ministerium kam nach einem von der italienischen Vorgängerregierung im Mai 2019 eingeleiteten Verfahren aber zu dem Schluss, dass "der Verband entgegen der zum Zeitpunkt des Antrags geäußerten Aussagen nicht über die Voraussetzungen verfügt, die für die Verpachtung von Immobilien des Staats an Privatpersonen erforderlich sind".

Der Bannon-Vertraute Harnwell hatte tausend potenzielle Studenten - vor allem aus dem angelsächsischen Raum - erwartet. Er wollte sie zu "Kulturkriegern" gegen Säkularismus und illegale Einwanderung ausbilden. Bannon, der seit seinem Rauswurf aus dem Weißen Haus rechtsradikale Bewegungen in Europa aufbauen will, hatte dem Projekt eine Million Dollar zugesagt. Weitere Spender blieben aus.

kko/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.