Urenkel des italienischen Diktators Caio Giulio Cesare Mussolini kandidiert bei Europawahl

Benito Mussolini war im Zweiten Weltkrieg ein enger Verbündeter von Adolf Hitler. Nun plant auch sein Urenkel, Caio Giulio Cesare, eine politische Karriere - mit der Rechtspartei Fratelli d'Italia.

Flagge der italienischen Partei Fratelli d'Italia
Gabriele Maricchiolo/ ZUMA Press/ imago images

Flagge der italienischen Partei Fratelli d'Italia


Der Urenkel des italienischen faschistischen Diktators Benito Mussolini hofft, von dem Namen seines Urgroßvaters zu profitieren. Caio Giulio Cesare Mussolini kandidiert für die rechtsnationale italienische Partei Fratelli d'Italia für die Europawahl. "So viele wollen 'Mussolini' auf ihre Wahlzettel schreiben. Deshalb habe ich entschieden, dass das Motto meiner Kampagne #ScriviMussolini (schreib Mussolini) ist. Und ich muss sagen, es gefällt", sagte er der römischen Zeitung "Il Messaggero".

Parteichefin Giorgia Meloni habe ihn nicht nur wegen seines Namens ausgewählt, sondern "für das, was ich in meinem Leben gemacht habe: Offizier bei der Marine, Manager von großen Unternehmen, zwei Uniabschlüsse, viel internationale Erfahrung". Seine Partei Fratelli d'Italia hatte bei der Parlamentswahl letztes Jahr rund vier Prozent bekommen.

Auch andere Mussolini-Nachfahren in der italienischen Politik

Mussolini (1883-1945) war im Zweiten Weltkrieg enger Verbündeter von Adolf Hitler und führte die Rassengesetze in Italien ein. Kritiker werfen Italien seit langem mangelnde Aufarbeitung des Faschismus vor. Vielerorts kann man noch Mussolini-Memorabilia kaufen oder "Duce"-Denkmäler sehen.

Auch andere Mussolini-Nachfahren sind bereits in der italienischen Politik. Unter anderem ist Alessandra Mussolini, die Enkelin des 1945 hingerichteten Diktators, Mitglied des Europäischen Parlaments.

Zuletzt hatte der italienische Präsident des Europaparlaments, Antonio Tajani, mit einer Bemerkung über Mussolini Empörung ausgelöst. "Ich bin kein Faschist, ich war nie ein Faschist. Aber wenn wir ehrlich sein wollen, hat er Straßen, Brücken, Gebäude und Sportanlagen gebaut", sagte Tajani, der zur konservativen Partei Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört. "Wenn man ein historisches Urteil fällt, muss man objektiv sein."

Später twitterte Tajani, der schon mit Äußerungen über das "italienische Istrien" und das "italienische Dalmatien" für Ärger gesorgt hatte, seine Aussagen seien manipuliert worden.

Im Video: Benito Mussolini - Ikone des Faschismus

ZDF Enterprises

bam/dpa



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