Euro-Krise Italiener protestiert auf Petersdom gegen Monti

In Rom ist ein Mann auf die Kuppel des Petersdoms geklettert, er demonstriert mit einem Transparent gegen Ministerpräsident Mario Monti, Europa und die "Multis". Bisher konnte ihn niemand zum Aufgeben bewegen.

REUTERS

Rom - Aus Protest gegen die Regierung und die EU hat ein Mann auf der Kuppel des Petersdoms in Rom übernachtet. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, entrollte Marcello Di Finizio am Dienstagabend von einem Vorsprung ein Transparent mit der Aufschrift: "Hilfe!!! Genug mit Monti, genug mit Europa, genug mit den Multis".

Auf die über 130 Meter hohe Kuppel hatte der Gastwirt aus Triest es mit Hilfe eines Seils geschafft. Die vatikanische Polizei versuchte mit der Feuerwehr, den Mann zum Aufgeben zu bewegen - zunächst vergeblich. Am Mittwochvormittag hatte er die Kuppel noch nicht verlassen.

Ein Vatikansprecher sagte, man habe dem Mann ein Treffen mit Regierungsvertretern angeboten, das habe er aber abgelehnt. Der Mann, der offenbar den Verlust seiner Zulassung befürchtet, hatte es schon im Juli geschafft, auf den Petersdom zu steigen. Im Frühjahr verbrachte er vier Nächte auf einem Kran. Als 2008 sein Restaurant abbrannte, trat er in einen Hungerstreik, um einen Ausgleich für die Schäden zu erzwingen.

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Luftiger Protest: Italiener sitzt auf Kuppel des Petersdoms

Ein Freund von Di Finizio sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Protestler betreibe eine Strandbar und vermiete Sonnenschirme und Liegen. Di Finizio ärgere sich über den Plan der italienischen Regierung, Lizenzen ab 2016 transparent versteigern zu lassen. Das könnte multinationale Konzerne gegenüber Kleinunternehmern begünstigen.

Der kritisierte Monti hatte vor kurzem angekündigt, bei den nächsten Wahlen im Frühjahr nicht anzutreten. Es sei wichtig, dass das politische Spiel der Parteien von neuem beginne, "hoffentlich mit mehr Verantwortungsbewusstsein und Reife", so Monti in einem Interview mit CNN.

bim/dpa/Reuters

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gottgegenuns 03.10.2012
1. Gut der Mann!
Zitat von sysopREUTERSIn Rom ist ein Mann auf die Kuppel des Petersdoms geklettert, er demonstriert mit einem Transparent gegen Ministerpräsident Mario Monti, Europa und die "Multis". Bisher konnte ihn niemand zum Aufgeben bewegen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/italiener-protestiert-auf-kuppel-des-petersdoms-gegen-monti-a-859296.html
Die EU hat z.B. ein Verordnung rausgebracht, die Hotels, die mehr als 5Zimmer betreiben wollen, verpflichtet bestimmte Rettungswege vorzuhalten, ggf. Aufzüge einzubauen. Vieles, was von alten verschlafenen Hotels ibs. in Frankreich in Italien nicht zu leisten und im Grunde auch nicht zu fordern ist. So etwas leisten nur die mordnen seelenlosen Hotels z.B. der ACCOR-Ketten. Verloren gehen Hotelkultur und Charme, weile viele dieser alten 2 Sterne-Hotels jetzt wegen der hohen, teilesweise auch bei ihnen gar nicht umsetzbaren, Investitionen schließen. In die Karten wird ACCOR und Konsorten mit ihren Hotel-Containern gespielt. Fahrt nach Frankreich und Italien und erlebet es. Ich hab´s so zuletzt in Frankreich auf einer Vogesen-Tour angetroffen, wo mir ein Hotelwirt erklärte, er habe sein Hotel zur 5-Zimmerherberge umfunktionieren müssen, weil man diese dann noch ohne EU-Auflagen betreiben dürfe. Der protestierende Mann auf dem Petersdom Mann hat somit schlicht recht.
Mundräuberin 03.10.2012
2. Dem gibt es nichts hinzuzufügen!
Zitat von gottgegenunsDie EU hat z.B. ein Verordnung rausgebracht, die Hotels, die mehr als 5Zimmer betreiben wollen, verpflichtet bestimmte Rettungswege vorzuhalten, ggf. Aufzüge einzubauen. Vieles, was von alten verschlafenen Hotels ibs. in Frankreich in Italien nicht zu leisten und im Grunde auch nicht zu fordern ist. So etwas leisten nur die mordnen seelenlosen Hotels z.B. der ACCOR-Ketten. Verloren gehen Hotelkultur und Charme, weile viele dieser alten 2 Sterne-Hotels jetzt wegen der hohen, teilesweise auch bei ihnen gar nicht umsetzbaren, Investitionen schließen. In die Karten wird ACCOR und Konsorten mit ihren Hotel-Containern gespielt. Fahrt nach Frankreich und Italien und erlebet es. Ich hab´s so zuletzt in Frankreich auf einer Vogesen-Tour angetroffen, wo mir ein Hotelwirt erklärte, er habe sein Hotel zur 5-Zimmerherberge umfunktionieren müssen, weil man diese dann noch ohne EU-Auflagen betreiben dürfe. Der protestierende Mann auf dem Petersdom Mann hat somit schlicht recht.
Auf den Punkt gebracht und nur ein Teil der traurigen "Europa" Wahrheit!
tempus fugit 03.10.2012
3. In Italien...
Zitat von gottgegenunsDie EU hat z.B. ein Verordnung rausgebracht, die Hotels, die mehr als 5Zimmer betreiben wollen, verpflichtet bestimmte Rettungswege vorzuhalten, ggf. Aufzüge einzubauen. Vieles, was von alten verschlafenen Hotels ibs. in Frankreich in Italien nicht zu leisten und im Grunde auch nicht zu fordern ist. So etwas leisten nur die mordnen seelenlosen Hotels z.B. der ACCOR-Ketten. Verloren gehen Hotelkultur und Charme, weile viele dieser alten 2 Sterne-Hotels jetzt wegen der hohen, teilesweise auch bei ihnen gar nicht umsetzbaren, Investitionen schließen. In die Karten wird ACCOR und Konsorten mit ihren Hotel-Containern gespielt. Fahrt nach Frankreich und Italien und erlebet es. Ich hab´s so zuletzt in Frankreich auf einer Vogesen-Tour angetroffen, wo mir ein Hotelwirt erklärte, er habe sein Hotel zur 5-Zimmerherberge umfunktionieren müssen, weil man diese dann noch ohne EU-Auflagen betreiben dürfe. Der protestierende Mann auf dem Petersdom Mann hat somit schlicht recht.
...da gab's auch mal eine Vorlage - weiss nicht was draus geworden ist - dass alle Pizzabäcker nicht mehr mit Holz sondern elektrisch backen müssen! War wohl ein Vorstoss der Stromwirtschaft! Und das mit den 5-Zimmern... Also dann macht der Hotelier aus den 10 Zimmern ein 5-Zimmer-Hotel und aus dem anderen 5 ein B&B - und die Italiener sind da ganz besonders flink! Geht ja auch nicht anders, nach jahrzehntelangem 'Malgoverno'... hab' mir gerade erzählen lassen. 4 leute gerade in der Toskana, 2 Wochen, 1 Haus mitten im Olivenhain, pro Nase 20 € - Gartennutzung (Obst, Gemüse...) inkl. Rechnung war 1020 €! Aber da in Italien - neues Gesetz! - alles über 1000€ per Scheck oder Kreditkarte bezahlt werden muss - nicht mehr bar: Keine Rechnung, keine Karte, kein Scheck, 1000 € auf die Hand. Was dem ital. Fiskus wohl mehr gedient hätte?...
derletztdemokrat 03.10.2012
4. Die Großkapitaldiktatur
läßt grüssen. Hier im Elsaß: eine ältere Dame mit kleinem Hotel und kleinem aber feinen Restaurant soll in ihr historisches Gebäude ein Aufzug einbauen, dass auch Rollstuhlfahrer nächtigen können. Wenn sie das macht ist sie pleite.
Yrhi 03.10.2012
5. Typischer Ausguss an Euromyhen.
Zitat von gottgegenunsDie EU hat z.B. ein Verordnung rausgebracht, die Hotels, die mehr als 5Zimmer betreiben wollen, verpflichtet bestimmte Rettungswege vorzuhalten, ggf. Aufzüge einzubauen. Vieles, was von alten verschlafenen Hotels ibs. in Frankreich in Italien nicht zu leisten und im Grunde auch nicht zu fordern ist. So etwas leisten nur die mordnen seelenlosen Hotels z.B. der ACCOR-Ketten. Verloren gehen Hotelkultur und Charme, weile viele dieser alten 2 Sterne-Hotels jetzt wegen der hohen, teilesweise auch bei ihnen gar nicht umsetzbaren, Investitionen schließen. In die Karten wird ACCOR und Konsorten mit ihren Hotel-Containern gespielt. Fahrt nach Frankreich und Italien und erlebet es. Ich hab´s so zuletzt in Frankreich auf einer Vogesen-Tour angetroffen, wo mir ein Hotelwirt erklärte, er habe sein Hotel zur 5-Zimmerherberge umfunktionieren müssen, weil man diese dann noch ohne EU-Auflagen betreiben dürfe. Der protestierende Mann auf dem Petersdom Mann hat somit schlicht recht.
Nein, der protestierende Mann hat nicht Recht, und Sie auch nicht! Die von Ihnen beschriebene EU Verordnung gibt es nämlich nicht! Fire safety in existing hotels (http://europa.eu/legislation_summaries/consumers/consumer_safety/l21183_en.htm) Das ist wahrscheinlich das worauf Sie sich beziehen. Ich hoffe Sie beherrschen die Englische Sprache ausreichend um die Seite zu verstehen. Es handelt sich dabei ausdrücklich um eine RECOMMENDATION. Das ist eine EMPFEHLUNG. Hier aus dem Jahre 1986. Und raten Sie mal wer diese Empfehlung verabschiedet hat... Jawohl, es war mitnichten die Europäische Kommission, es war der Europäische Rat. Das heißt es waren die nationalen Regierungen. Nicht etwa irgendein zentrales EU Gremium, es war auch die deutsche Regierung, von den Deutschen gewählt. Ein typisches Beispiel blanken EU Populismus und ein schöner Auszug aus der EU Mythensammlung. Warum schicken Sie das ganze nicht an die Englische Presse? Die greift das mit Sicherheit auf. Also, das nächste Mal wenn so ein Hotelbesitzer aus Frankreich sich bei Ihnen über eine EU Verordnung beschwert, sagen Sie ihm er solle sich bei seiner eigenen Regierung beschweren. Erstens hat jene selbst die EU Empfehlung mit zu verantworten, und zweitens ist die EU Empfehlung eben genau das, eine Empfehlung, und somit nicht bindend.
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