Italienische Presse zu Berlusconi "Ein letzter Bluff"

"Eine ganze Welt stürzt in sich zusammen": Die italienische Presse kommentiert einigermaßen fassungslos die Niederlage Silvio Berlusconis. Mit dem gescheiterten Versuch, die italienische Regierungskoalition platzen zu lassen, sei eine Ära zu Ende gegangen.

Silvio Berlusconi im italienischen Senat: Erstmals sagt jemand Nein
REUTERS

Silvio Berlusconi im italienischen Senat: Erstmals sagt jemand Nein


Der rechtsliberale Mailänder "Corriere della Sera" analysiert: "Die Ära Silvio Berlusconis ist mit einem letzten Bluff zu Ende gegangen. Sein Votum für eine Regierung, die er stürzen wollte, ist die extreme Vorspiegelung eines Sieges angesichts einer politischen und persönlichen Niederlage. (...). Es ist aber nun auch das letzte Siegel einer Phase, in der die Trennung des Gründers von Mitte-Rechts von der Wirklichkeit, der italienischen wie von der internationalen, zugenommen hatte. Und das in einem Maße, dass er keine Antennen mehr hatte, um die wirklich nur gemäßigte Emanzipation seiner Minister und vieler Parlamentarier seiner Partei wahrzunehmen."

"Eine ganze Welt stürzt in sich zusammen", schreibt die linksliberale "La Repubblica".

"La Stampa" sieht den "letzten Akt der politischen Geschichte Silvio Berlusconis" gekommen. Das sichere Anzeichen dafür: "Erstmals sagt jemand 'Nein' zu Berlusconi".

"Wir sehen hier Spartakus und den Aufstand der Sklaven", amüsiert sich die linke Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano". Zuvor hatte das Blatt Berlusconis Pläne, die Regierungskoalition platzen zu lassen, mit harschen Worten kritisiert: "Der Verurteilte lässt Italien untergehen".

kuz/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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Tom Joad 03.10.2013
1. The higher they climb, the harder they fall
Zwei Hoffnungen/Wünsche hätte ich: 1. Silvio verschwindet endgültig von der politischen Bühne. 2. Die Presse widersteht der Versuchung, über seine eventuelle Wiederauferstehung zu berichten, und verschont uns auch mit möglichen Home-Storys. Einfach nicht mehr drüber reden, und gut ist.
rolandjulius 03.10.2013
2. Silvio Berlosconis Absturz
Gottes Mühlen mahlen langsam aber sicher. Ansonsten gibt es hierzu keinen Kommentar.
Falkenhorst 03.10.2013
3. Was macht Silvio draußen...
Ist den kein Gericht in der Lage ihn dahin zu bringen wo er nichts anrichten kann? Vielleicht ist er nur krank das würde einiges erklären......
romaval 03.10.2013
4. Es wurde höchste Zeit
daß seine eigenen " Freunde " ihm die rote Karte zeigten.Vielleicht auch nur deswegen weik mancher deputato Angst hatte bei Neuwahlen seine Pfründe zu verlieren.Würde mich nicht überraschen wenn der " Cavaliere " von sich aus seinen Senatssitz niederlegen würde ehe man ihn rauswirft.Ich denke sich mit einer 40 % igen Jugendarbeitslosigkeit zu befassen ist wichtiger als mit diesem Clown.
Jaqueline.van.de.Geyn 03.10.2013
5. Was hat Gott damit zu tun?
Wenn hier irgendwelche Mühlen langsam mahlen, dann die in den Köpfen der Menschen. Aber langsam scheint auch der Letzte in Italien zu merken, wes Geistes Kind dieser nachweislich und verurteilte Kriminelle ist. Nur auf den Scheiterhaufen kommt er nicht, weil: 1. Geht er Sonntags in die Kirche 2. Holt sich der Teufel keinen neuen Spitzenkandidaten in die Hölle. 3. Werden Presse und Medien nicht auf ihn verzichten wollen.
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