Mittelmeer Italiens Marine rettet fast 2000 Flüchtlinge von maroden Booten

Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung, Armut und begeben sich dafür in Lebensgefahr: Italiens Marine hat im Mittelmeer fast 2000 Flüchtlinge aufgegriffen. In der spanischen Exklave Melilla kam es erneut zu einem Massenansturm auf die befestigte Grenze.

Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivbild): 20.000 gelangten seit Januar nach Italien
DPA

Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivbild): 20.000 gelangten seit Januar nach Italien


Rom/Melilla - Das erste Patrouillenschiff brachte 395 Menschen in Sizilien an Land, mit zwei weiteren Schiffen sind mehr als 1500 Flüchtlinge zu den Häfen Augusta und Porto Empedocle unterwegs. Damit hat die italienische Marine nach eigenen Angaben in nur wenigen Stunden fast 2000 Menschen im Mittelmeer aufgegriffen, von sieben überfüllten und schlecht ausgerüsteten Booten.

Ein Patrouillenflugzeug des Grenzschutzes habe die Boote im Mittelmeer vor der tunesischen Küste entdeckt, teilten die Streitkräfte mit. Die maroden Boote seien in raue Gewässer geraten. Laut Angaben der Marine handelte es sich vor allem um Flüchtlinge aus Syrien. Seit Jahresbeginn sind nach Regierungsangaben schon weit mehr als 20.000 Menschen nach Italien gelangt.

Die Marine hatte nach einem Schiffsunglück mit mehreren hundert Toten im vergangenen Oktober eine striktere Überwachung des Mittelmeerraums organisiert. Italiens Innenminister Angelino Alfano hatte Mitte April um mehr Unterstützung von der Europäischen Union gebeten.

Massenansturm auf spanische Exklave Melilla

Auch in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla lässt der Zustrom an Migranten nicht nach. Mehr als hundert Menschen versuchten demnach am Donnerstagabend, von Marokko aus über die Grenzzäune zu gelangen, wie die spanische Agentur efe berichtete. Rund 50 seien dabei auf das Dach der Grenzkontrollstelle geklettert. Bei Zusammenstößen mit der Polizei seien mehrere Flüchtlinge leicht verletzt worden. 21 Menschen gelangten über die Grenze.

Die Massenanstürme auf die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Der bisher größte wurde am 18. März registriert, als rund 500 Menschen die Grenzbefestigungen in Melilla überwinden konnten. Südlich der Grenze campieren Zehntausende Menschen aus notleidenden Ländern südlich der Sahara.

usp/dpa/Reuters

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