Medienbericht Ivanka Trump soll privates E-Mail-Konto für Dienstliches genutzt haben

Die Tochter und Beraterin des US-Präsidenten hat offenbar Hunderte dienstliche E-Mails von ihrem privaten Konto aus verschickt - und damit wohl gegen Vorgaben des Weißen Hauses verstoßen. Das berichtet die "Washington Post".
Ivanka Trump

Ivanka Trump

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP

Die E-Mails sollen an Mitarbeiter im Weißen Haus, an Kabinettsmitglieder und ihre Assistenten gegangen sein: Die "Washington Post" berichtet , US-Präsidententochter Ivanka Trump habe im vergangenen Jahr Hunderte dienstliche E-Mails von ihrem privaten Account aus verschickt. Sie habe damit wohl in vielen Fällen gegen Vorgaben des Weißen Hauses verstoßen.

Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Personen, die Kenntnisse über eine entsprechende interne Untersuchung des Weißen Hauses zu Ivanka Trumps Schriftverkehr haben sollen. Dabei sei festgestellt worden, dass Trump im vergangenen Jahr häufig Geschäftliches über ihre private E-Mail-Adresse geregelt habe. Die Domain "ijkfamily.com" teilt sie der Zeitung zufolge mit ihrem Ehemann Jared Kushner.

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Die "Washington Post" zitiert in ihrem Bericht einen Sprecher von Ivanka Trumps Anwalt: Er räumte demnach die teilweise Nutzung des privaten E-Mail-Accounts seiner Mandantin ein und betonte, dies sei geschehen, bevor sie über die Regeln zum Umgang mit E-Mails informiert worden sei. Der Anwalt versicherte, keine dieser E-Mails habe als vertraulich eingestufte Informationen enthalten. Ivanka Trump habe das persönliche E-Mail-Konto "manchmal" genutzt, beispielsweise für logistische Fragen und terminliche Absprachen bezüglich ihrer Familie.

US-Präsident Donald Trump hatte seine Tochter Ivanka im Frühjahr 2017 als Beraterin ins Weiße Haus geholt. Der Bericht über die E-Mails seiner Tochter ist für den Präsidenten heikel, da er seiner Konkurrentin im Wahlkampf 2016, Hillary Clinton, die Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos für dienstliche Belange in höchst angriffslustiger Weise vorgehalten hatte.

Clinton hatte in ihrer Zeit als US-Außenministerin offizielle E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Das FBI ermittelte deswegen, kam aber im Sommer 2016 zu dem Schluss, dass die Demokratin sich nicht strafbar gemacht hatte. Trump hielt Clinton das Thema aber immer weiter vor, selbst lange nach seinem Amtsantritt kritisierte er die Demokratin noch dafür.

Jared Kushner und Ivanka Trump

Jared Kushner und Ivanka Trump

Foto: REUTERS

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Berichte gegeben, wonach mehrere Berater des Präsidenten private E-Mail-Konten nutzten, um Angelegenheiten des Weißen Hauses zu diskutieren - darunter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner. Regierungsmitarbeiter hätten die Nutzung der privaten Konten aber als sporadisch beschrieben, hieß es damals.

Die "Washington Post" berichtet nun, Ivanka Trump habe weitaus häufiger als bisher gedacht Dienstliches über ihren privaten E-Mail-Account kommuniziert. Die Zeitung zitiert einen namentlich nicht genannten Ex-Regierungsmitarbeiter mit den Worten: "Sie war die Schlimmste im Weißen Haus."

aar/dpa