Türkischer Vizeministerpräsident "Massaker in Izmir verhindert"

Bei der Explosion einer Autobombe in Izmir sind vier Menschen getötet worden, darunter zwei Angreifer. Sie waren laut dem Ministerpräsidenten mit Panzerfaust und Handgranaten bewaffnet.


Am Eingang für Richter und Staatsanwälte eines Justizgebäudes in der westtürkischen Metropole Izmir explodierte die Autobombe: Mindestens zwei Menschen starben, sagte Izmirs Gouverneur Erol Ayyildiz am Tatort. Es handele sich um einen Polizisten und einen Justizmitarbeiter. Sicherheitskräfte erschossen zwei Angreifer. Sie waren offenbar schwer bewaffnet.

Erste Anzeichen deuten laut dem Gouverneur auf eine Urheberschaft der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hin. Ayyildiz sagte, mindestens sechs Menschen seien verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete zunächst, nach einem dritten Angreifer werde gesucht. Ayyildiz bestätigte das nicht.

Der Gouverneur sagte, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen an einem Checkpoint vor dem Justizgebäude gestoppt. Die Terroristen stiegen daraufhin aus und liefen weg. Es folgte ein Schusswechsel. Dabei zündeten die Angreifer die Bombe.

Der türkische Vizeministerpräsident Veysi Kaynak sagte, der Polizei sei es gelungen, ein "sehr großes Massaker" zu verhindern. Die Terroristen hätten zwei Schnellfeuergewehre, eine Panzerfaust mit acht Granaten sowie acht Handgranaten mit sich geführt.

Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei. Von der Eskalation der Gewalt im Land seit Sommer 2015 ist sie bislang weitgehend verschont geblieben. Schwere Anschläge waren dort seitdem nicht verzeichnet worden. Allein in den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, die insgesamt mehr als 100 Menschen das Leben kosteten.

Erst vor wenigen Tagen, in der Silvesternacht, hatte ein Terrorist in einem Klub in Istanbul 39 Menschen getötet. Die Verantwortung für die Tat in Istanbul hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamiert. Am Mittwoch nahm die Polizei in Izmir rund 20 mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" fest. Medienberichten zufolge standen die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Nachtklub.

mho/dpa/AFP



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