Reaktionen zum Tod des französischen Ex-Präsidenten "Ich werde Chirac vermissen"

Zwölf Jahre stand Jacques Chirac an der Spitze Frankreichs. Die Nachricht vom Tod des Ex-Präsidenten sorgt weltweit für Betroffenheit. Ex-Kanzler Schröder würdigte ihn als Freund und großen Europäer.

Politische Weggefährten: Jacques Chirac und Gerhard Schröder bei einem Besuch der Stadt Blomberg in Nordrhein-Westfalen (2005)
Oliver Berg/ DPA

Politische Weggefährten: Jacques Chirac und Gerhard Schröder bei einem Besuch der Stadt Blomberg in Nordrhein-Westfalen (2005)


Jacques Chirac hat die französische Politik über Jahrzehnte geprägt wie nur wenige andere. Nach Angaben der Familie starb der französische Ex-Präsident nun im Alter von 86 Jahren. Weltweit erinnern sich Politiker an den groß gewachsenen Franzosen und äußern Betroffenheit.

Ein politischer Wegbegleiter Chiracs ist der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder. Für den Sozialdemokraten war der französische Ex-Präsident ein großer Europäer. "Ihm war klar, dass Europa nur gut funktionieren kann, wenn Deutschland und Frankreich sich einig sind", sagte Schröder in Berlin. "Die symbolisch wichtigste Geste zeigte er am 60. Jahrestag des D-Day im Jahr 2004, als er mich als Vertreter Deutschlands zur Gedenkveranstaltung in der Normandie einlud", sagte Schröder. "Er war ein erfahrener Politiker, ein geschichtsbewusster Europäer, ein charmanter Mensch. (...) Ich werde einen Mann vermissen, der mir zum Freund geworden ist."

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Jacques Chirac: Frankreichs "Bulldozer" ist tot

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte den Verstorbenen als "herausragenden Partner und Freund". "Ich trauere mit seiner Familie und mit dem französischen Volk um einen großen Staatsmann und Europäer", erklärte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teilte mit, er verliere einen engen persönlichen Freund. "Der Präsident findet keine Worte, seine Trauer auszudrücken", sagte eine Sprecherin Junckers. Chiracs politisches Erbe für Frankreich und Europa werde ewig Bestand haben.

Außenminister Heiko Maas (SPD) twitterte: "Wir verlieren einen großen Staatsmann und Europäer". "Sein Nein zum Irakkrieg und seine konsequente Aufarbeitung der Naziverbrechen auch durch französische Kollaborateure und die Vichy-Regierung ehren sein Andenken", schrieb Maas dazu weiter auf Twitter. "Mit unseren französischen FreundInnen trauern wir um Jacques Chirac."

mho/dpa/AFP



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