Rückzieher nach Kritik Bolsonaros Sohn wird doch nicht Botschafter in den USA

Eduardo Bolsonaro sollte Brasiliens oberster Diplomat in den USA werden, Washington hatte schon seine Zustimmung gegeben. Jetzt nimmt der Präsidentensohn überraschend Abstand von dem Plan.
Eduardo Bolsonaro: Der Sohn des brasilianischen Präsidenten

Eduardo Bolsonaro: Der Sohn des brasilianischen Präsidenten

Foto: AFP/NELSON ALMEIDA

Ende einer umstrittenen Episode: Eduardo Bolsonaro wird doch nicht Brasiliens Botschafter in den USA. Der Sohn von Präsident Jair Bolsonaro begründete den Rückzieher in der Abgeordnetenkammer in Brasília unter anderem mit mangelnder Unterstützung in seiner Wählerschaft. Sein Vater habe keinen Einfluss auf die Entscheidung genommen, sagte er weiter.

Eduardo Bolsonaro ist Abgeordneter der Partei seines Vaters, PSL, sowie Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Unterhaus des brasilianischen Parlaments. Vor wenigen Monaten wurde er 35 Jahre alt und erreichte damit das gesetzliche Mindestalter für brasilianische Botschafter.

Örtlichen Medien sagte Bolsonaro junior, er habe lange über seine Entscheidung nachgedacht. "Ich höre auf den Rat vieler Menschen", sagte er. Die Mehrheit seiner Wähler habe seinen Plan, Botschafter in Washington zu werden, nicht unterstützt.

Enge Verbindungen in rechtsextreme Kreise sorgten für Kritik

Im August hatte Brasiliens ultrarechter Staatschef Bolsonaro bekanntgegeben, dass die US-Regierung der Ernennung seines drittältesten Sohnes zum Botschafter in Washington zugestimmt habe.

Die Ankündigung hatte allerdings für Kritik gesorgt, weil Eduardo enge Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen in die USA hat. Im Februar schloss sich der studierte Jurist der Bewegung The Movement des US-Ultranationalisten Steve Bannon an. Als Brasilien-Chef der rechtsextremen Bewegung vertritt er darin ganz Lateinamerika.

Schon während Bolsonaros Wahlkampf im vergangenen Jahr und den ersten Monaten seiner Präsidentschaft hatte Eduardo Bolsonaro seinem Vater als diplomatischer Berater gedient. Er begleitete den Präsidenten bei mehreren Auslandsreisen und auch bei dessen Washington-Besuch im März. Anfang dieser Woche erklärte der Präsident jedoch, sein Sohn Eduardo könne dabei helfen, die zerstrittenen Lager der PSL miteinander zu versöhnen.

mes/AFP/AP
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