Erdgas aus Russland Jamaikakoalitionäre stellen sich gegen Nord-Stream-2-Pipeline

Nord Stream 2 war eines der umstrittensten Projekte der Großen Koalition. Im SPIEGEL stellen führende Politiker von Union, FDP und Grünen die russisch-deutsche Gas-Pipeline nun infrage.
Anlandestation der Nord -Stream-Pipeline in Lubmin

Anlandestation der Nord -Stream-Pipeline in Lubmin

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Unter den Partnern des möglichen Jamaika-Bündnisses formiert sich Widerstand gegen die geplante Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland. "Die neue Koalition sollte das Thema nicht aus dem Blickwinkel einzelner Unternehmen oder gar einzelner Personen betrachten", warnt der bisherige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU), im SPIEGEL. Eine zunehmende Zahl europäischer Staaten betrachte das Projekt als ein Thema von strategischer Bedeutung. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Der frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link, fordert ebenfalls, das Projekt zu überprüfen. Die FDP wolle die EU weniger abhängig von russischer Energie machen und fordere stattdessen eine gemeinsame EU-Energiepolitik. "Beide Ziele passen schlecht zum Nord-Stream-2-Projekt." Außerdem stelle das Projekt innerhalb der EU das Vertrauen gegenüber Deutschland infrage.

Unterstützung erhalten die beiden vom stellvertretenden Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer. "Das Projekt bremst die erneuerbaren Energien aus und ist ein Spaltpilz für Europa", sagt er. "Das Pipeline-Projekt erhöht lediglich die Abhängigkeit vom autokratischen Präsidenten Putin." Die Grünen würden bei den Gesprächen mit Union und FDP die Notwendigkeit der Pipeline-Erweiterung auf den Prüfstand stellen.

Das Nord-Stream-2-Projekt soll die schon bestehende Pipeline um zwei Röhren ergänzen. Damit könnte künftig doppelt so viel Gas direkt aus Russland nach Deutschland transportiert werden.

Die EU-Kommission und mehrere europäische Staaten haben sich gegen das Projekt ausgesprochen. Nord Stream 2 war von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorangetrieben worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Bau trotz Bedenken ihrer eigenen Berater laufen lassen.

ran
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.