Fall Khashoggi USA wollen brisante Audiodatei von der Türkei

Die Türkei behauptet, eine Audiodatei zu besitzen, die eine Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Khashoggi belegt. US-Präsident Trump hat Ankara aufgefordert, dieses Beweisstück zu übermitteln.

Donald Trump
AFP

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Weiter Rätselraten im Fall des mysteriös verschwundenen Jamal Khashoggi: Die türkischen Behörden haben offenbar am Donnerstag erneut das saudi-arabische Konsulat in Istanbul durchsucht, wo der Journalist Anfang des Monats spurlos verschwand.

Die Türkei wirft Saudi-Arabien vor, Khashoggi bei seinem Besuch im Konsulat am 2. Oktober getötet zu haben. Die regierungstreue türkische Zeitung "Yeni Safak" berichtete, dem Kritiker des saudischen Königshauses seien während eines Verhörs die Finger abgeschnitten worden. Später sei er enthauptet und seine Leiche zerstückelt worden. Als Beweisstück gilt demnach eine Audiodatei. Saudi-Arabien bestreitet eine Tötung Khashoggis.

Französischer Finanzminister meidet Investorenkonferenz

US-Präsident Donald Trump hat unterdessen während einer Pressekonferenz erklärt, die Vereinigten Staaten hätten die Türkei gebeten, ihnen die Audiodatei zu übermitteln - wenn sie denn tatsächlich existiere. "Ende der Woche wissen wir wahrscheinlich, was passiert ist", sagte er.

Das Verschwinden Khashoggis hatte international Besorgnis ausgelöst. Etliche führende Vertreter der westlichen Wirtschaft haben in den vergangenen Tagen ihre Teilnahme an einer internationalen Investorenkonferenz in Saudi-Arabien in der kommenden Woche abgesagt. Am Donnerstag sagte auch der französische Finanzminister Bruno Le Maire seine Teilnahme ab. Er begründete dies damit, dass "die Voraussetzungen nicht gut" seien.

dop/Reuters



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