Mord an Jamal Khashoggi Prozess gegen elf Verdächtige beginnt in Riad

Drei Monate nach dem Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi stehen elf Verdächtige in Riad vor Gericht. Fünf von ihnen droht die Todesstrafe.

Gedenken an Jamal Khashoggi in Istanbul
Huseyin Aldemir/Reuters

Gedenken an Jamal Khashoggi in Istanbul


Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat in Saudi-Arabien der Prozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft habe zum Auftakt die Todesstrafe für fünf der elf Angeklagten wegen Beteiligung an der Ermordung Khashoggis gefordert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Anklageschrift sei verlesen worden. Ein Datum für die Fortsetzung der Verhandlung wurde nicht genannt.

Der regierungskritische Journalist war bei einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Saudi-Arabien hatte zunächst bestritten, dass Khashoggi in dem Konsulat getötet wurde. Später erklärte das Königreich, der Kolumnist der "Washington Post" sei bei einer Schlägerei in der diplomatischen Vertretung ums Leben gekommen.

Die Türkei wirft Saudi-Arabien vor, Agenten in die Türkei geschickt zu haben, um den Journalisten zu ermorden. Seine Leiche sei zerstückelt und beseitigt worden. Der Leichnam wurde bislang nicht gefunden.

Der Fall hat dem internationalen Ansehen des erzkonservativen Königreiches sehr geschadet und belastet dessen Beziehungen zu westlichen Staaten. Der US-Geheimdienst hat den Vorwurf erhoben, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sei in den Mord verwickelt und habe die Tat angeordnet. Khashoggi war ein Kritiker Salmans. Der Kronprinz weist jede Verstrickung in die Tat zurück.

cte/Reuters/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
isi-dor 03.01.2019
1.
5 tödliche Bauernopfer, damit der Prinz unbescholten bleiben kann. Mit einem solchen Staat kann man keine Kontakte pflegen.
werner-brösel 03.01.2019
2. ob die Angeklagten
wohl frei aussagen dürfen, bevor sie hingerichtet werden? Oder werden nur 'ihre schriftlichen Aussagen' verlesen? Freie Aussagen, ohne dass man eventuell auf die Familien der Delinquenten zurückgreifen könnte, wären für den Prinzen wahrscheinlich eher unvorteilhaft.
Mieze Schindler 03.01.2019
3. Nach dem Prozess
wird man mit ofiziellen Todesurteilen einige potentiellen Zeugen des Mordes am Journalisten Khashoggi beseitigen, die jetzt noch dem saudischen Kronprinzen gefährlich werden könnten.
syracusa 03.01.2019
4. Scharia
In Saudi Arabien gilt das Unrechtssystem der Scharia. Ziemlich sicher werden einige der Angeklagten zum Tode verurteilt, aber danach gibt es einen Deal mit der Familie Kashoggis, der zur Aufhebung der Todesurteile führt. Der Kronprinz wird den von Kashoggis Familie geforderten Preis sicher gerne bezahlen ...
rainerwäscher 03.01.2019
5.
Es dürfte für den Prinzen zukünftig schwierig werden, noch Leute zu finden, die für ihn die Drecksarbeit erledigen.
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