Ermordeter Journalist Saudi-Arabien soll Millionen-Entschädigungen an Khashoggi-Kinder zahlen

Luxusvillen und monatliche Zahlungen im fünfstelligen Bereich: Die Kinder des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi sollen einem Bericht zufolge erhebliche finanzielle Zuwendungen von Saudi-Arabien erhalten.

Demonstration vor saudi-arabischem Konsulat in Istanbul
REUTERS/Osman Orsal

Demonstration vor saudi-arabischem Konsulat in Istanbul


Noch ist nicht geklärt, welche Rolle der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman im Fall um den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi spielt. Einem Medienbericht zufolge soll Saudi-Arabien den Kindern des Getöteten jedoch millionenschwere Entschädigungen zukommen lassen. Die "Washington Post" berichtete, jedes der vier Kinder Khashoggis habe ein Haus in der saudi-arabischen Küstenstadt Dschidda im Wert von bis zu vier Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) bekommen. Die zwei Söhne und zwei Töchter würden zudem monatlich mindestens 10.000 Dollar erhalten.

Die saudi-arabische Führung wolle eine langfristige Übereinkunft mit der Familie des ermordeten Regierungskritikers finden, berichtet die "Washington Post", für die Khashoggi einst geschrieben hatte. Damit solle unter anderem sichergestellt werden, dass die Familie sich weiterhin mit öffentlichen Äußerungen zu dem Fall zurückhalte.

Dem Bericht zufolge will Khashoggis ältester Sohn Salah weiter in dem Königreich leben. Die anderen Kinder lebten in den USA und dürften die Luxushäuser verkaufen, schreibt die "Washington Post".

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul ermordet worden. Erst nach wochenlangen Dementis räumte Riad unter internationalem Druck ein, dass der Regierungskritiker von saudi-arabischen Agenten getötet wurde. Die Führung des Königreichs spricht aber von einem aus dem Ruder gelaufenen Einsatz zur Festnahme des Journalisten, der in den USA im Exil lebte.

Viele Fragen in dem Fall sind weiter offen. So konnte bisher nicht geklärt werden, inwiefern Kronprinz Mohammed bin Salman in den Fall verwickelt ist. Der US-Senat machte den Thronfolger auf Grundlage von Geheimdiensterkenntnissen für Khashoggis Tod verantwortlich. US-Präsident Donald Trump weigert sich dagegen, öffentlich Stellung gegen den mächtigen Verbündeten zu beziehen.

asc/AFP

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