Mahnung im Fall Khashoggi "Die Führung des Königreichs ist eine rote Linie"

Seit sieben Wochen wird darüber gerätselt, wie der Journalist Jamal Khashoggi genau zu Tode kam. Saudi-Arabiens Außenminister weist nun alle Vorwürfe gegen den Kronprinzen scharf zurück.

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair
AFP

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubair


Wo sich die Leiche des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi befindet, ist ein Rätsel. Dass der saudi-arabische Journalist im Istanbuler Generalkonsulat seines Heimatlandes Anfang Oktober ermordet wurde, daran gibt es indes keinen Zweifel mehr. Das Königshaus in Riad verwahrt sich nun aber gegen die angebliche Einschätzung des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) habe die Ermordung des Regierungskritikers angeordnet.

Einen entsprechenden Bericht der "Washington Post" kommentierte Außenminister Adel al-Dschubair mit den Worten: "Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind und wir weisen sie entschieden zurück."

Es handele sich lediglich um Medienberichte, und es gebe dazu nichts Offizielles vonseiten der USA. Der Diplomat äußerte sich in einem Interview der vom saudi-arabischen Staat finanzierten Zeitung "Al-Sharq al-Awsat", das am Montagabend veröffentlicht wurde.

Das Königshaus soll unantastbar bleiben

Darin stellte Al-Dschubair klar, dass die Monarchie in Riad keine Anschuldigungen gegen ihre höchsten Würdenträger dulden werde: "Ich möchte betonen, dass die Führung des Königreichs Saudi-Arabien, vertreten durch den König und den Thronfolger, ein rote Linie ist. Wir werden keine Versuche zulassen, sie anzutasten, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer."

Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, die CIA sehe MbS als Drahtzieher hinter dem gewaltsamen Tod des Journalisten Khashoggi im saudi-arabischen Generalkonsulat in Istanbul.

Das Außenministerium in Washington stellte am Samstag aber klar, es sei noch keine abschließende Bewertung in dem Kriminalfall getroffen worden. Bislang hat die US-Regierung Strafen gegen 17 ehemalige saudi-arabische Regierungsmitarbeiter verhängt, aber nicht gegen den Thronfolger.

dop/dpa



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