Nach Mord an Jamal Khashoggi Türkei nimmt zwei angebliche arabische Spione fest

Mehr als sechs Monate nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul haben türkische Behörden zwei mutmaßliche arabische Spione festgenommen. Es wird geprüft, ob sie in die Ermordung verwickelt waren.

Getöteter Saudi-arabischer Journalist Jamal Khashoggi auf einer Pressekonferenz in Bahrain. (Archivbild)
Hasan Jamali/AP

Getöteter Saudi-arabischer Journalist Jamal Khashoggi auf einer Pressekonferenz in Bahrain. (Archivbild)


Die Türkei hat zwei Männer unter dem Verdacht der Spionage für die Vereinigten Arabischen Emirate festnehmen lassen. Die Behörden prüften eine Verbindung der beiden mutmaßlichen Agenten zum Mord an dem saudiarabischen Journalisten Khashoggi, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Männer seien demnach auf Befehl des Istanbuler Staatsanwalts inhaftiert worden.

Der regierungsnahe Sender TRT berichtete, die Männer hätten gestanden, für die Vereinigten Arabischen Emirate in der Türkei Araber ausspioniert zu haben.

Auch ein hochrangiger Behördenvertreter bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die beiden Männer gestanden hätten, für die Vereinigten Arabischen Emirate gearbeitet zu haben. Die Verdächtigen seien sechs Monate lang beobachtet und schließlich am Montag festgenommen worden sein, sagte er. Einer der beiden Männer sei im Oktober 2018 einige Tage nach dem Mord eingereist, der andere einige Zeit später. "Es ist möglich, dass sie versucht haben, Informationen über in der Türkei lebende Araber zu sammeln", so der Vertreter, der anonym bleiben wollte.

Das türkische Innenministerium lehnte einen Kommentar ab, beim Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate war keine Stellungnahme zu erhalten. Auch die Istanbuler Polizei wollte zunächst nicht Stellung nehmen.

Khashoggi war am 3. Oktober im saudiarabischen Konsulat im Istanbuler Stadtviertel Besiktas getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte mehrfach betont, "höchste Kreise" seien involviert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wird auch international verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben.

lie/AFP/dpa/Reuters

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