Mutmaßlicher Mord Khashoggis Sohn soll Saudi-Arabien verlassen haben

Drei Wochen nach dem mutmaßlichen Mord an seinem Vater soll Salah Khashoggi Saudi-Arabien verlassen haben. Das meldet Human Rights Watch. Demnach ist er mit seiner Familie auf dem Weg in die USA.

Salah Khashoggi und Mohammed al Salman
DPA

Salah Khashoggi und Mohammed al Salman


Das Bild der beiden Männer ging um die Welt: Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der die Hand von Salah Khashoggi schüttelt und ihm kondoliert. Salah ist der Sohn des mutmaßlich ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi. Zu dem Zeitpunkt war nur klar, dass Khashoggi zwar das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul am 2. Oktober betreten hatte, er war aber danach verschwunden. Das saudische Königshaus stritt einen Todesfall zunächst ab, musste ihn inzwischen aber einräumen.

Nun soll Salah Khashoggi mit seiner Familie das Land verlassen haben und sich auf dem Weg in die USA befinden. "Salah und seine Familie befinden sich jetzt in einem Flugzeug nach (Washington - d. Red.) DC", sagte Sarah Leah Whitson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Ob er sich in Saudi-Arabien nach der Tat bedroht gefühlt hatte, war zunächst nicht klar.

Zuvor hatte die saudi-arabische Generalstaatsanwaltschaft im Fall Khashoggi unter Berufung auf die türkischen Ermittlungen erstmals von einer möglicherweise vorsätzlichen Tötung gesprochen. Die bis dato von Riad offiziell verbreitete Version zu dem Todesfall besagte, dass Khashoggi während des Konsulatsbesuchs bei einem "Faustkampf" zu Tode gekommen sei. Diese Darstellung wurde international stark angezweifelt.

Saudi-Arabiens einflussreicher Kronprinz Mohammed bin Salman wird verdächtigt, die Tötung des kritischen Journalisten angeordnet zu haben. Das Europäische Parlament hielt es in einer Entschließung vom Donnerstag zumindest für "sehr unwahrscheinlich", dass der Einsatz im Konsulat "ohne sein Wissen oder seine Kontrolle" stattgefunden habe. Nach türkischen Angaben töteten saudi-arabische Agenten den Journalisten.

vks/AP/Reuters

insgesamt 28 Beiträge
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Dida 25.10.2018
1. Armer Sohn
wie soll er sich und seine Familie fühlen, was seinen Vater brutal widerfahren ist?
dr.könig 25.10.2018
2. Der Sohn wird Rachegefühle haben
Alles Geld der Welt macht seinen Vater nicht mehr lebendig. Jetzt erst mal weg, weit weg von Riad. Man wird noch voneinander hören.
knuffel 25.10.2018
3.
Mich wundert erstens dass er noch so lange da geblieben ist und zweitens dass man ihn nicht an der Ausreise gehindert hat. Es überrascht mich dass so ein Schurkenstaat wie Saudi-Arabien so eine potenzielle Gefahrenquelle einfach so gehen lässt, denn in den USA angekommen wird er sicher nicht still sein.
hugahuga 25.10.2018
4.
Zitat von knuffelMich wundert erstens dass er noch so lange da geblieben ist und zweitens dass man ihn nicht an der Ausreise gehindert hat. Es überrascht mich dass so ein Schurkenstaat wie Saudi-Arabien so eine potenzielle Gefahrenquelle einfach so gehen lässt, denn in den USA angekommen wird er sicher nicht still sein.
Man darf vermuten, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Machtkampf unter den potentiellen Erben des alten Salman ausbrechen wird. Allerdings wird auch das nicht die Herrschaft der Sauds beenden. Dazu bedarf es wohl der Anstosses von außen - in Verbindung mit einer steigenden Arbeitslosig- und damit Perspektivlosigkeit eines großen Teiles der Bevölkerung. Dass mittlerweile viele Studenten keinen Job finden, dass es nahezu keine Mittelschicht gibt, dass "Handarbeit" meist von Ausländern verrichtet wird und man sich daran gewöhnt hat, sind weitere Merkmale, die einem Umsturz zuarbeiten könnten. Ich würde - ganz im Gegensatz zu Merkel - hier nicht von einem Stabilitätsanker sprechen. Mal ganz abgesehen von den Verbrechen, die KSA im Jeman verübt.
lasorciere 25.10.2018
5.
Die EU und die USA werden vermutlich Wirtschaftssanktionen gegen Saudi-Arabien verhängen. Im Repräsentantenhaus der USA ist gestern jedenfalls ein Vorschlag dazu eingebracht worden. Man darf gespannt sein.
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