James Foley Eltern veröffentlichen letzte E-Mail der IS-Mörder

Die Terror-Miliz "Islamischer Staat" wandte sich mit einer E-Mail an die US-Regierung, bevor sie den US-Journalisten James Foley tötete. Eine Nachrichtenseite hat die Mail nun veröffentlicht, um "Jims Geschichte" komplett zu erzählen.

US-Journalist James Foley in Tripolis: "GlobalPost" will seine Geschichte komplett erzählen
REUTERS

US-Journalist James Foley in Tripolis: "GlobalPost" will seine Geschichte komplett erzählen


Hamburg - Der US-Journalist James "Jim" Foley wurde von Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet. Nun hat die amerikanische Nachrichtenseite "GlobalPost" den vollen Text der E-Mail seines mutmaßlichen Mörders veröffentlicht. "Wir haben euch mehrere Gelegenheiten gegeben, über die Freilassung eurer Leute durch Geldtransaktionen zu verhandeln, so wie andere Regierungen es akzeptiert haben", steht in dem Text. Gerichtet ist die Mail an die US-Regierung und die US-Bürger, die ihrer Führung "wie Schafe folgten".

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Heft 34/2014
Wie die IS-Terroristen ihr Kalifat errichten

Laut "Guardian" schickten die mutmaßlichen Entführer die Nachricht an Foleys Familie und kündigten darin an, den Journalisten als Vergeltung für die amerikanischen Luftschläge zu töten. Laut "GlobalPost" stimmte seine Familie der Veröffentlichung der Mail zu, die sie eine Woche vor Veröffentlichung des grausamen YouTube-Videos vom IS erhielten.

"Jims Geschichte" erzählen

Das Nachrichtenportal, das Foley zuvor beschäftigt hatte, erklärte, so solle für Transparenz gesorgt und "Jims Geschichte" komplett erzählt werden: "Wir glauben, der Text bringt Einblick in die Motivation und Taktik des 'Islamischen Staates'", schreibt "GlobalPost".

Laut der E-Mail habe die IS-Miliz einen Gefangenenaustausch für "Muslime, die zurzeit in eurem Gewahrsam sind", gefordert. Stattdessen seien Luftschläge erfolgt: "Jetzt fangt ihr wieder an, die Muslime im Irak zu bombardieren. Dabei greift ihr auf Luftschläge und Stellvertreter-Armeen zurück und scheut euch erbärmlich vor der Konfrontation von Angesicht zu Angesicht."

Laut Angaben der GlobalPost hätte Foleys Familie ein Jahr lang keinen Kontakt zu dem Entführten gehabt. Dann erhielten sie im November die erste Nachricht der Entführer, in der 100 Millionen Euro Lösegeld gefordert worden sei.

Am Mittwoch hatten die USA bestätigt, dass der amerikanische Journalist durch IS-Kämpfer getötet wurde. Die Terroristen hatten ein Video veröffentlicht, das den Tod des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeigt. Auf dem am Dienstag ins Internet gestellten Video ist zu sehen, wie ein vermummter IS-Kämpfer, der mit britischem Akzent spricht, Foley ermordet.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, war im Sommer eine Militäraktion zur Befreiung amerikanischer Geiseln aus der Hand des IS gescheitert. Spezialeinheiten hätten bei dem Einsatz keine Geiseln gefunden, teilte Pentagonsprecher John Kirby mit.

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vek

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insgesamt 45 Beiträge
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juhuuuu 22.08.2014
1. Terror
..sollte man mit Gewalt beantworten! Auch gegen die Hintermänner! Gleichzeitig sollten man Überlegungen anstellen wie man den Zulauf durch anscheinend geistig schwache Mitläufer verhindern kann.
rainerdavidw.früh 22.08.2014
2. Es reicht!
"Der US-Journalist James Foley wurde von Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet." Danke, mir reicht's schon wieder!
herzensgut 22.08.2014
3. Menschenverachtender Nihilismus ...
... wird durch das Abschlachten Foleys durch die Terror-Brigaden versinnbildlicht. US-Präsident Obama bewies Härte und kühlen Verstand, den Forderungen und den Impulsen der Terroristen nicht nachzugeben. Keine Zahlungen, kein Einsatz von Bodentruppen! Die Supermacht beschreitet einen pragmatischen Pfad der Hilfeleistung. Dazu gehören Luftkapazitäten, aber auch Aufklärung und Geheimdienst-Arbeit und im Ausnahmefall geheime Kommando-Aktionen der Delta-Spezialkräfte.
sanojb 22.08.2014
4. Geschlossen auftreten!
Die großen Nationen, welche über das notwendige Militär verfügen, sollten in diesem Fall endlich geschlossen gegen die IS-Terroristen vorgehen! Es darf nicht sein, dass im 21. Jhrd vor den Augen der ganzen Welt religiöse Kreuzzüge durchgeführt werden. Und bitte keine Waffenlieferungen! Es dauert nur ein paar Wochen/Monate bis eben diese Waffen in den Händen der IS-Truppen sind. Hier muss in Form eines groß angelegten Militäreinsatzes endlich ein Zeichen gesetzt und den Verfolgten geholfen werden. In Zukunft aufkommende Organisationen vom Typ IS müssen wissen: Im Ernstfall gehen die Truppen diverser (gesellschaftlich im 21. Jhrd angekommenen) Nationen gegen uns vor.
Blaufrosch 22.08.2014
5. Angesicht zu Angesicht?
Feiglinge, sich sich maskieren und tarnen... gleichzeitig vom Angesicht schwaffeln... wie tief kann man menschlich sinken.
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