US-Verteidigungsminister zu Nordkorea Mattis setzt im Atomkonflikt auf Diplomatie

Gerade noch hat US-Verteidigungsminister James Mattis mit der "Vernichtung" Nordkoreas gedroht, jetzt lobt er die diplomatischen Bemühungen. Ein militärischer Konflikt wäre "katastrophal".
US-Verteidigungsminister Mattis

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Foto: DPA

US-Verteidigungsminister James Mattis hat angesichts der verbalen Eskalation im Nordkorea-Konflikt vor einem Krieg gewarnt. Eine militärische Auseinandersetzung wäre "katastrophal", sagte Mattis. Er setze auf Diplomatie. Es seien bereits "diplomatische Ergebnisse" zu verzeichnen und diesen Weg wolle er fortsetzen.

Welche Ergebnisse er meinte, ließ Mattis allerdings offen. Womöglich bezog er sich auf die einstimmige Entscheidung des Uno-Sicherheitsrats, der am Samstag die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft hatte, um die Regierung in Pjöngjang im Streit um ihr Raketenprogramm zum Einlenken zu bewegen.

"Meine Verantwortung ist es, militärische Optionen zu haben, falls sie gebraucht werden sollten", sagte Mattis vor Journalisten. Die USA würden aber weiterhin den diplomatischen Weg vorziehen.

Die jüngsten Äußerungen des Pentagon-Chefs stehen im Kontrast zu den Drohungen, die er noch wenige Tage zuvor in Richtung Pjöngjang geäußert hatte: Das Land solle jegliche Schritte unterlassen, die "zum Ende seines Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen werden", hatte Mattis gesagt. Das Land würde gegen die Übermacht der USA "jedes Wettrüsten und jeden Krieg verlieren".

USA und Südkorea stimmen sich zu Nordkorea ab

Die führenden Sicherheitsberater der Regierungen in Seoul und Washington haben sich am Freitag darauf geeinigt, alle möglichen Maßnahmen gegen Nordkorea im Voraus zu diskutieren. Laut einem Regierungssprecher in Seoul wurde dies bei einem Telefonat zwischen dem Leiter des Nationalen Sicherheitsrates Südkoreas, Chung Eui Yong, und seinem US-Kollegen H. R. McMaster besprochen. Beide Seiten hätten die derzeitige Sicherheitslage sowie Möglichkeiten diskutiert, wie man mit den Bedrohungen umgehen könne.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Ton im Atomkonflikt weiter verschärft. "Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen wie nur wenige Staaten zuvor", sagte er in seinem Feriendomizil. Pjöngjang sollte "sehr, sehr nervös" sein, selbst wenn es nur über einen Angriff auf die USA oder ihre Verbündeten nachdenke.

Nach dem jüngsten Raketenstart Nordkoreas Ende Juli erließ der Sicherheitsrat der Uno einstimmig neue Wirtschaftssanktionen gegen das Regime. Die zuletzt getestete Rakete soll theoretisch in der Lage gewesen sein, die Westküste der USA zu treffen. Anlass zur Sorge gibt außerdem die Mutmaßung, Nordkorea könne bei der Entwicklung von Atomraketen weiter sein als bislang angenommen.

In einer früheren Version dieses Textes hieß es an zwei Stellen, Mattis sei Außenminister der USA. Wir haben den Fehler korrigiert.

aar/AFP/Reuters
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