Am 30. April 2019 Japans Kaiser Akihito dankt ab

Zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren wird in Japan ein Kaiser abdanken: Der 83-jährige Akihito will 2019 den Chrysanthementhron an seinen ältesten Sohn übergeben.

Japans Kaiser Akihito (Februar 2011)
REUTERS

Japans Kaiser Akihito (Februar 2011)


Japans Kaiser Akihito wird am 30. April 2019 abdanken. Das teilte Regierungschef Shinzo Abe nach einem Treffen mit dem Monarchen mit. Es ist das erste Mal seit mehr als 200 Jahren, dass ein Kaiser in Japan abdankt. Den Thron soll dann Tenno Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, übernehmen.

Japanischen Medienberichten zufolge soll der Abdankungstermin offiziell am 5. Dezember dem Kabinett vorgelegt und von diesem voraussichtlich drei Tage später abgesegnet werden.

Der 83-jährige Akihito ist seit fast drei Jahrzehnten Kaiser: Im vergangenen Jahr hatte er Japan mit dem Wunsch in Aufruhr versetzt, die Krone an Naruhito weiterzureichen. Als Gründe für seinen Entschluss nannte der Tenno sein Alter und gesundheitliche Probleme. Er wurde zuletzt wegen Prostatakrebs behandelt und musste sich einer Herzoperation unterziehen.

Akihitos bevorstehende Abdankung hatte auch eine Debatte über die Nachfolgeregelung im japanischen Kaiserhaus ausgelöst: Zwar gab es in der japanischen Geschichte auch Kaiserinnen, nach den heutigen Gesetzen jedoch dürfen nur Männer den Thron besteigen. Nach Naruhitos jüngerem Bruder Akishino und dessen zehnjährigem Sohn Hisahito gibt es derzeit aber keinen weiteren männlichen Thronfolger.

Der Tenno verfügt in Japan über keine politische Macht. Er ist aber laut Verfassung ein Symbol für den Staat und für die Einheit des Volkes. Das Staatsoberhaupt nimmt repräsentative Aufgaben war, ernennt offiziell den Regierungschef, verkündet Gesetzesänderungen und empfängt Staatsgäste.

aar/AFP/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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lesheinen 01.12.2017
1.
Wenn man bedenkt, welchen Stellenwert der Tenno nicht nur auf Grund der Verfassungslage in der Bevölkerung hat, ist seine Rücktrittsabsicht eine kleine Revolution. Für ihn persönlich angesichts der Bürde des Amtes und des goldenen Käfigs, in dem er lebt, sicherlich ein Befreiungsschlag. Er wird sich aber nach erfolgter Amtsniederlegung sicherlich nicht in Jeans auf dem Marktplatz austoben können. Er bleibt ein "Gefangener".
123Valentino 02.12.2017
2. Gefangener..,,,
ist wirklich gut. Der Vater, Hirohito, hat sich , verehrt als Halbgott , noch durch fast ganz Asien gemetzel , es gibt bis heute kein Wort der Entschuldigung, nicht nach China , nicht nach Korea. Die Bedeutung ist bemerkenswert.
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