Japan Minister begeht Selbstmord

Der japanische Landwirtschaftsminister Toshikatsu Matsuoka hat Selbstmord begangen. Er war in mehrere Finanzskandale verwickelt und sollte heute im Parlament befragt werden.


Berlin - Der 62-jährige Minister war am Montag bewusstlos in seiner Tokioter Wohnung in einem Abgeordnetenhaus gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort erlag er seinen Verletzungen. Die Polizei bestätigte den Tod Matsuokas. Ersten Berichten zufolge hatte er versucht, sich zu erhängen.

Japanischer Landwirtschaftsminister Matsuoka: Der 62-Jährige erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen
DPA

Japanischer Landwirtschaftsminister Matsuoka: Der 62-Jährige erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen

Matsuoka war in mehrere Finanzskandale verwickelt. Unter anderem soll er erhebliche Ausgaben für sein Büro aufgeführt haben, obwohl das Büro tatsächlich mietfrei war. Der Minister hatte jegliches Fehlverhalten bestritten. Am Nachmittag hätte er nach Angaben japanischer Medien vor einem Parlamentsausschuss dazu aussagen sollen. Bereits zuvor waren Rücktrittsforderungen gegen ihn laut geworden.

Matsuoka hatte sich bereits drei Tage nach seinem Amtsantritt öffentlich entschuldigt, dass er eine Spende von einer Million Yen (6600 Euro) einer umstrittenen Gruppe nicht angegeben hatte. Ministerpräsident Shinzo Abe ist nach mehreren Skandalen seiner Regierung so unbeliebt wie noch nie seit Beginn seiner Amtszeit im vergangenen Jahr. Zwei am Montag veröffentlichten Umfragen für die Zeitungen "Mainichi" und "Nikkei" zufolge fiel die Zustimmungsrate zu seiner Regierung im April um mehr als zehn Prozentpunkte. Zuvor war bekannt geworden, dass seine Regierung offenbar Daten über die Zahlungen von Millionen Japanern in die Rentenkasse verloren hatte.

In zwei Monaten stehen in Japan Oberhauswahlen an, die als wichtiger Stimmungstest für Ministerpräsident Shinzo Abe gelten. Ein Regierungsvertreter sagte, der Selbstmord werde politische Konsequenzen haben.

cvo/dpa/rtr/AP



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